Im Kunstmuseum eröffnen die ersten zwei Ausstellungen des 20. Internationalen Comic-Salon 2022

Stand: 01.07.2022
Der 20. Internationale Comic-Salon 2022 wird zwar erst vom 16. bis 19. Juni stattfinden, am Sonntag, den 15. Mai um 11:00 Uhr werden im Kunstmuseum Erlangen aber bereits die ersten zwei Ausstellungen eröffnet.

„Will Eisner – Graphic Novel Godfather“ ist der Titel einer großen Retrospektive des 1994 mit dem Max und Moritz-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichneten, 2005 verstorbenen Vater des modernen Comics. Als Eisner Mitte der 1930er-Jahre die Bühne der Comics betrat, steckte das Genre noch in den Kinderschuhen. Eisner zeichnete im Akkord in jedem gewünschten Stil und in jedem Genre. Obwohl Superhelden zu dieser Zeit der große Quotenbringer waren, ging es ihm vor allem darum, die Techniken des Erzählens mit Wort und Bild zu ergründen und ein Auge auf die Ursachen von Kriminalität und gesellschaftlicher Dysfunktionalität zu werfen. Eisner, selbst in Brooklyn und in der Bronx in armen Verhältnissen als Kind von jüdischen Einwanderer-Eltern aus Österreich und Rumänien aufgewachsen, wollte von den Rändern der amerikanischen Gesellschaft erzählen, von den Verlierern, den kleinen Leuten im Dunkel der engen Gassen der Mietskasernen. Eisner rang dem Medium ausgeklügelte Dramaturgien, spektakuläre Perspektiven, subjektive Sichtweisen, ungewöhnliche Schnitte und formale Experimente ab.

Die zweite Ausstellung im Kunstmuseum – „Catherine Meurisse. L’Humour au sérieux“ – zeigt Arbeiten einer der bekanntesten französischen Zeichnerinnen der Gegenwart. Meurisse ist Autorin mehrerer Graphic Novels, hat Comicreportagen geschaffen, Karikaturen gezeichnet und Kinderbücher illustriert. Seit 2020 ist sie als erste Comiczeichnerin Mitglied der Abteilung Malerei der französischen Akademie der bildenden Künste. Die umfassende Retrospektive des Cartoonmuseums Basel, die das Kulturamt der Stadt Erlangen für das Kunstmuseum adaptiert hat, zeigt erstmals im deutschsprachigen Raum Originalzeichnungen aus allen Werken der vielfach ausgezeichneten Künstlerin. Sie publizierte in unzähligen Zeitungen und Magazinen, darunter „Libération“, „L’Obs“ und „Revue XXI“. 2005 stieß sie als erste Frau zur Redaktion des renommierten Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und entkam 2015 nur knapp dem Attentat auf die Redaktion, bei dem zwölf Menschen starben. Seitdem sucht sie in der Schönheit der Natur und der Künste nach anderen Themen und Bildern.

Will Eisner – Graphic Novel Godfather
Catherine Meurisse. L’Humour au sérieux

Ausstellungen des Internationalen Comic-Salons Erlangen
Kunstmuseum Erlangen, Loewenichsches Palais, Nürnberger Straße 9
15.5. bis 19.6. 2022