Fröhliches Festvergnügen: Bilanz zur Erlanger Bergkirchweih 2022 (Meldung aus dem Medieninformationsdienst vom 13. Juni 2022)

Stand: 13.06.2022
Noch nie war die Vorfreude auf die Bergkirchweih so groß: Nach zwei Jahren Corona-Pause konnte Oberbürgermeister Florian Janik am 2. Juni das Fest eröffnen. Zwei Schläge genügten, um das erste Fass Kirchweihbier anzuzapfen und die ersten „Freimaßen“ an die durstigen Kehlen zu verteilen. Assistiert wurde er dabei erstmals von Bürgermeister Jörg Volleth. Nur noch wenige Stunden, bis mit dem traditionellen Eingraben des Fasses zu den Klängen von „Lili Marleen“ gegen Mitternacht die Erlanger Bergkirchweih 2022 am Montagabend zu Ende geht. Die Verantwortlichen ziehen kurz vor Schluss ein positives Fazit.

Dem Auftakt nach Maß folgten zwölf Tage fröhliches Festvergnügen auf den Kellern und der Straße der Schausteller. „Die Erlangerinnen und Erlanger lieben ihren ‚Berg‘. Es hat uns echt was gefehlt die letzten zwei Jahre“, fasste OB Florian Janik die Freude und Zufriedenheit, dass das Fest wieder stattfinden konnte, in Worte. Das Stadtoberhaupt dankte allen haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die mit viel Herzblut mitgeholfen haben, dass die Erlangerinnen und Erlanger diese zwölf wunderbaren Tage feiern durften. „Berg“-Referent Konrad Beugel zeigte sich zusammen mit seinem Veranstaltungsteam mit dem „Berg“ 2022 zufrieden. Gerade von den Schaustellern habe es sehr viele positive Rückmeldungen gegeben, der Besuch war höher als in früheren Jahren. „Mit den ausgewählten Fahr- und Laufgeschäften – und hier speziell die Neuheiten wie Fuzzy‘s Lachsaloon oder Rocket – hat unser Platzmeister Armin Mangold wieder ein glückliches Händchen gezeigt.“

Beugel zollte neben dem eigenen Team den vielen Partnern aus Schaustellern und Festwirten sowie den Unterstützern aus Sicherheits- und Hilfsdiensten ein großes Kompliment. „Die Zusammenarbeit war – bis auf sehr wenige Ausnahmen – sehr gut und von gegenseitiger Wertschätzung geprägt. Die Vorbereitungen waren diesmal sehr, sehr stressig, gerade wegen der Corona-Pandemie war das Zeitfenster kurz und mit vielen Unsicherheiten und Überraschungen gespickt. Und wenn nicht alles zu 100 Prozent geklappt hat, dann kann ich für Fehler nur Entschuldigung sagen, mein Team war jedenfalls unwahrscheinlich fleißig in den letzten Wochen und Monaten“.

Großes Lob zollte der „Berg“-Referent auch den Besuchern. „Die ganz große Mehrheit war trotz mancher Enge sehr vernünftig und zeigte eine hohe Sozialkompetenz“. Zu den Musikpausen meinte er, dass es für ein endgültiges Fazit noch zu früh sei, dazu seien noch weitere Gespräche mit Festwirten, Schaustellern und Sicherheitsdiensten zu führen. „Wenn ich allerdings höre, dass eine Zunahme des Familienpublikums zu beobachten sei und zudem wir als Veranstalter keine einzige Maßnahme zum Besucherandrang einleiten mussten – ich denke z.B. an die Umleitung am unteren Ende der Bergstraße – dann können diese mindestens nicht verkehrt gewesen sein.“

Weitere Stimmen zur Bergkirchweih 2022:

Christoph Gewalt und Udo Helbig bilanzieren für die Festwirte. Christoph Gewalt (Steinbach Bräu): „Wir freuen uns über einen schönen Berg 2022. Es waren etwas weniger Besucher, aber alle glücklich und bestens gelaunt. Wir wünschen uns, dass die Bestuhlung an den Terrassen, an denen man ruhig sitzt, auch wieder bis vorne an den Geländern möglich ist, damit der einzigartige Bergcharakter erhalten bleibt. Die fehlende Musik am Henninger-Keller wird für nächstes Jahr nochmal überdacht. Der Berg ruft: Schön war’s!“ Udo Helbig (Erichkeller): „Für den Erichkeller war es eine gelungene Kirchweih. Wir waren sehr gut besucht, sind aber nicht überrannt worden. Der Berg ist gefühlt ein bisschen jünger geworden. Sind mit dem friedlichen Verlauf sehr zufrieden.“

Lorenz Kalb, Süddeutscher Verband reisender Schausteller und Handelsleute e. V.: „Wir sind dankbar, dass der Wettergott es mit der Bergkirchweih gut meinte. Wir sind zufrieden und blicken auf eine ‚normale‘ Bergkirchweih zurück. Selbstverständlich war der wirtschaftliche Erfolg der Schaustellerbetriebe branchen- und standortbedingt unterschiedlich. Wir sind auf einer Seite mit der Stadt Erlangen, bei den Bemühungen, den Markenkern ‚Familienfest‘, in den Vordergrund zu stellen.“

Adam Kunstmann vom Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und der Schausteller (BLV): „Auch wir sind mit dem Verlauf sehr zufrieden. Es waren viele Familien unterwegs und unsere Kundschaft zeigte sich sehr freundlich“.

Friedhelm Weidinger, Feuerwehr Erlangen: „Die zahlreichen Dienste auf den beiden Bergwachen der Feuerwehr wurden wieder im großartigen Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften abgedeckt. Gott sei Dank gab es für die Feuerwehr im Zusammenhang mit der Bergkirchweih bis heute keine größeren Einsätze zu bewältigen“.

Bastian Selig, Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) Erlangen-Höchstadt: „Das BRK zieht eine sehr positive Bilanz zur Bergkirchweih. An den beiden „Berg“-Rettungswachen des BRK wurden an den zwölf Tagen rund 600 Personen medizinisch versorgt. Im Vergleich zur letzten Bergkirchweih ist somit erfreulicherweise ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Das Einsatzspektrum reichte wie in den Vorjahren von einfachen Hilfeleistungen, über Wundversorgungen nach Schnittverletzungen, bis hin zu schwereren Verletzungen nach Stürzen. Insbesondere zeichnete sich das zweite Wochenende, auch auf Grund der sommerlichen Temperaturen, mit teils über 100 Einsätzen pro Tag als Einsatzschwerpunkt ab. Zur bestmöglichen und raschen Versorgung der Verletzten waren an den Haupttagen bis zu 40 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, vom Sanitäter bis zum Notarzt, im Einsatz. In Summe wurden hier 4.000 Einsatzstunden geleistet.
Neben dem Dienst auf der Bergkirchweih wurde der Innenstadt-Bereich von 20:00 Uhr bis 2:00 Uhr mit einem zusätzlichen Rettungswagen abgesichert."

Harald Hess, Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Erlangen: „Obwohl wir ihm Vorfeld der diesjährigen Bergkirchweih und bedingt durch den Ausfall in den letzten beiden Jahren mit einer erhöhten Patientenanzahl gerechnet haben, muss ich sagen, dass das aus unserer Sicht eine sehr erfreulich ruhige Veranstaltung war. Hatten wir 2019 noch insgesamt 170 Versorgungen, so liegen wir dieses Jahr einen Tag vor Ende bei 145 Hilfeleistungen. Auch eine vermehrte Zahl von alkoholisierten Jugendlichen konnte nicht festgestellt werden. Wir liegen hier weit weg von unserem „Spitzenjahr“ 2017, als wir 217 Patienten versorgen mussten. Wenn der heutige Abend auch so ruhig bleibt, freuen wir uns alle schon auf den ‚Berch‘ 2023.“

Claudia Siegritz, Frauennotruf Erlangen: „Die Mitarbeiterinnen des Frauennotrufes und des Safe Space sind sehr glücklich, wie positiv und wertschätzend das Projekt und die Informationen zur Anlaufstelle von der Bevölkerung angenommen wurde. Die Besucherinnen waren sehr dankbar für die geleistete Unterstützung und Hilfe. Wir haben sehr oft von den angesprochenen jungen Frauen gehört: ‚Es ist gut zu wissen, dass es den Safe Space gibt. Wir fühlen uns sicherer‘.“

Christian Dauth, Polizeiinspektion Erlangen-Stadt: „Nachdem die Halbzeitbilanz sehr positiv ausfiel, setzte sich dieser Trend bis einschließlich Donnerstag fort. Friedlich feiernde ‚Berg‘-Besucher mit ausgelassener Stimmung sowohl am Festgelände als auch während der Nachfeiern. Auffällig zu den vorangegangenen Jahren vor 2019 war die Tatsache, dass deutlich weniger stark alkoholisierte Personen anzutreffen und daher auch die Gewahrsamnahmen wegen Volltrunkenheit rückläufig waren. Auch die Anzahl der Körperverletzungen hielt sich bis letzten Donnerstag im unteren Bereich. Hier mussten leidglich 33 Fälle polizeilich bearbeitet werden. Darunter zwei Delikte, bei denen ein Maßkrug als Schlagwerkzeug eingesetzt wurde. Auch wurden die Einsatzkräfte der Polizei vom überwiegenden Teil der Besucher freundlich behandelt; viele Besucher bedankten sich sogar bei den Einsatzkräften für deren Anwesenheit. Anders verliefen dann die ‚Berg‘-Tage am Freitag und Samstag; während der Freitag noch im Rahmen blieb, hatten die Einsatzkräfte bereits ab Samstagnachmittag alle Hände voll zu tun. Dies lag vor allem auch daran, dass sehr viele Besucher das letzte Wochenende – hier insbesondere den Samstag – für einen Besuch des ‚Berges‘ nutzten. Am Samstagnachmittag waren die Keller voll ausgelastet."

Bereits am Freitag waren mehrere überwiegend junge, offenbar deutlich angetrunkene Besucher dadurch aufgefallen, dass sie versuchten die Einsatzkräfte mit Verbalinjurien zu beleidigen bzw. zu provozieren. Mit sechs Körperverletzungen während der Nachfeiern bis früh gegen 3:00 Uhr war die Anzahl dieser Delikte noch eher gering. Am Samstag war der ‚Berg‘ bei herrlichem Wetter bereits ab 15:00 Uhr sehr gut besucht; hier mussten die Einsatzkräfte bereits mehrere Körperverletzungen aufnehmen bzw. Streithähne trennen. Auffällig war auch die Tatsache, dass sich bereits am Berggelände sehr viele volltrunkene Besucher aufhielten. Insgesamt musste die Polizei am Samstag 13 Körperverletzungsdelikte – zwei davon unter Einsatz von Maßkrügen – aufnehmen. Der Sonntag verlief trotz eines gut besuchten Festgeländes dann wieder bedeutend ruhiger.

Bedingt durch die hohe Anzahl der Körperverletzungsdelikte am zweiten ‚Berg‘-Wochenende (21 Fälle) registrierte die Polizei seit Beginn der Bergkirchweih bislang 54 Körperverletzungen. Überhaupt war am vergangenen Freitag und Samstag ein gesteigertes Aggressionspotential spürbar. So mussten an diesen beiden Tagen, erstmals bei der diesjährigen Bergkirchweih, zwei Fälle des Widerstandes gegen Polizeibeamte zur Anzeige gebracht werden. Im Vergleich zu den Vorjahren kann bislang ein überwiegend friedlicher Festverlauf bilanziert werden. So mussten bis zum Montagmorgen (13. Juni, 6:00 Uhr) 346 polizeirelevante Vorgänge aufgenommen werden. Im Jahr 2019 waren es zu diesem Zeitpunkt noch deutlich über 400 Vorfälle. Neben diesen Zahlen ist auch der Eindruck der eingesetzten Polizeibeamten Beleg dafür, dass die Besucher am Festgelände sowie bei den Parallelveranstaltungen in der Innenstadt und am Bürgermeistersteg zwar ausgelassen, aber im Wesentlichen friedlich und entspannt gefeiert haben.“

Ein Ausblick auf 2023: Am 25. Mai geht es wieder los. Bis zum 5. Juni darf dann hoffentlich wieder fröhlich gefeiert werden.