Bekanntmachung Ideenwettb Heil- und Pflegeanstalt Erlangen

Stand: 14.11.2022
Offener und zweiphasiger Interdisziplinärer Städtebaulichliche und Landschaftsplanerische Ideenwettbewerb. Die Auslober beabsichtigen, auf dem Areal der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Erlangen einen Erinnerungs- und Zukunftsort zu schaffen.

Schwarz-Weiß Foto, mit einem Mehrbettzimmer und einem Gang mit einem Stuhl

Heil- und Pflegeanstalt Erlangen vor dem Abriss 1979. Foto: Peter Sigling

AUSLOBER:

Stadt Erlangen, Bezirk Mittelfranken, Bezirk Oberfranken
vertreten durch das Referat für Planen und Bauen
Herrn berufsm. Stadtrat Josef Weber
Werner-von-Siemens-Straße 61
91051 Erlangen

WETTBEWERBSBETREUUNG
mt2 ARCHITEKTEN I STADTPLANER BDA
Partnerschaft mbB
Susanne Senf, Martin Kühnl
Emilienstraße 1, 90489 Nürnberg

WETTBEWERBSAUFGABE
Die Auslober beabsichtigen, auf dem Areal der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Erlangen einen Erinnerungs- und Zukunftsort zu schaffen, der zum einen an die Medizinverbrechen in Erlangen und in den Bezirken Mittel- und Oberfranken zur Zeit des Nationalsozialismus erinnert und zum anderen einen Dokumentationsort, eine Forschungsstelle und ein Forum und Podium für aktuelle Fragen der Medizinethik beinhaltet.

Der Wettbewerb soll in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Landschaftsarchitekt*innen mit Künstler*innen, Historiker*innen und anderen Fachdisziplinen konzeptionelle Ideen für den Ort entwickeln. Dabei ist es Aufgabe der Arbeitsgemeinschaften, freiraumplanerische, stadtplanerische, architektonische und beispielsweise künstlerische und historisch einordnende Elemente zu einem Konzept zu verbinden.

Wettbewerbsgegenstand der ersten Phase ist die Entwicklung einer Idee beziehungsweise eines Konzeptansatzes, der zweiten Phase die weitere räumliche Ausarbeitung der Idee und der Freianlagenplanung für einen Erinnerungs- und Zukunftsort sowie ein beispielsweise künstlerisches oder historisch einordnendes Konzept.

Der Wettbewerbsumgriff des engeren Betrachtungsraums beinhaltet das Areal der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt und hat eine Größe von etwa 14 ha.

Der erweitere Betrachtungsraum umfasst die historische Innenstadt. Hier können Konzepte für relevante historische Orte vorgeschlagen werden, um einen gesamtstädtischen Gedenkraum für die Opfer der Euthanasie zu schaffen.

WETTBEWERBSART UND -VERFAHREN
Der Wettbewerb wird ausgelobt und durchgeführt als interdisziplinärer offener städtebaulicher und freiraumplanerischer Ideenwettbewerb in zwei Phasen für Architekt*innen, Stadtplaner*innen, Land-schaftsarchitekt*innen in einer möglichen Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Historiker*innen oder weiteren Disziplinen.

Das Verfahren wird in zwei Phasen durchgeführt.
Die erste Phase ist offen, die zweite Phase wird mit einer reduzierten Teilnehmerzahl durchgeführt. Dabei wählt das Preisgericht maximal zehn Teilnehmerteams für die zweite Phase aus. Die Verständigung der Teilnehmer erfolgt unter Wahrung der Anonymität. Die ausgewählten Teilneh-merteams dürfen in der zweiten Phase keine zusätzlichen Entwurfsverfasser beteiligen. Der Zulassungsbereich umfasst die EWR-/WTO-/GPA-Staaten. Die Wettbewerbssprache ist Deutsch, das Verfahren ist in beiden Phasen anonym.

WETTBEWERBSTEILNEHMER
Jeder Teilnehmer hat seine Teilnahmeberechtigung eigenverantwortlich zu prüfen. Er gibt eine Erklärung über die Teilnahmeberechtigung (Verfassererklärung) ab. Teilnahmeberechtigt ist, wer die Bedingungen der Teilnahmezulassung erfüllt. Teilnahmeberechtigt sind Architekt*innen, Stadtplaner*innen und Landschaftsarchitekt*innen in einer möglichen Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Historiker*innen, Philosoph*innen und weiteren Fachdisziplinen.

Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt sind in den EWR-/WTO-/GPA-Staaten ansässige
•    natürliche Personen, die gemäß Rechtsvorschrift ihres Heimatstaates zur Führung der Berufs-bezeichnung Architekt*in, Stadtplaner*in oder Landschaftsarchitekt*in befugt sind. Ist die Berufsbezeichnung am jeweiligen Heimatstaat gesetzlich nicht geregelt, so erfüllt die fachlichen Anforderungen als Architekt*in, Stadtplaner*in oder Landschaftsarchitekt*in, wer über ein Diplom, Prüfungszeugnis oder einen sonstigen Befähigungs-Nachweis verfügt, dessen Anerkennung der 2013/55/EU entspricht.
•    juristische Personen, sofern deren satzungsgemäßer Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist, die der Wettbewerbsaufgabe entsprechen und für die Wettbewerbsteilnahme ein verantwortlicher Berufsangehöriger benannt ist, der in seiner Person die Teilnahmevoraussetzungen erfüllt, die an die natürlichen Personen gestellt werden.
•    Bewerber-/Arbeitsgemeinschaften, bei welchen mindestens ein Mitglied die Anforderungen erfüllt, die an natürliche oder juristische Personen gestellt werden.

Die Voraussetzungen für die Teilnahmeberechtigung müssen am Tag der Bekanntmachung erfüllt sein.

Eine mögliche Arbeitsgemeinschaft muss mit Abgabe der Unterlagen in der Verfassererklärung durch Nennung der jeweiligen verantwortlichen Verfasser benannt werden. Weitere Disziplinen und Fachplaner können als Fachberater hinzugezogen werden.

Die für die zweite Phase ausgewählten Teilnehmerteams dürfen keine weiteren Entwurfsverfasser oder freie Mitarbeiter beteiligen oder das Planungsteam in sonstiger Weise verändern.

Die Voraussetzungen für die Teilnahmeberechtigung müssen am Tag der Auslobung erfüllt sein.

FACHPREISGERICHT
Prof. Manuel Bäumler, Architekt und Stadtplaner, Dresden
Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk, Stadtbaurätin, München
Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin, München
Ulrich Manz, Architekt, Bamberg
Till Rehwaldt, Landschaftsarchitekt, Dresden
Prof. Volker Staab, Architekt, Berlin
Josef Weber, Architekt und Stadtplaner, Bau- und Planungsreferent, Stadt Erlangen
Prof. Richard Woditsch, Architekt, Nürnberg/Berlin

SACHPREISGERICHT
Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger Bezirk Oberfranken
Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister Stadt Erlangen
Christa Naaß, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten Bezirk Mittelfranken
Romana Philipps, Mitglied Forum Erinnerungs- und Zukunftsort
Dinah Radtke, Mitglied Forum Erinnerungs- und Zukunftsort
Prof. Dr. Jörg Skriebeleit, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Prof. Dr. Jürgen Winkler, Prodekan Bau, Universitätsklinikum Erlangen


WETTBEWERBSSUMME
Insgesamt steht eine Wettbewerbssumme von 102.000 Euro netto zur Verfügung.

Bearbeitungshonorar 2. Phase
Aus der Wettbewerbssumme stehen insgesamt 60.000 Euro netto für die Bearbeitungshonorare für alle Teilnehmerteams der 2. Phase zur Verfügung, das nach Abschluss des Wettbewerbs ausgezahlt wird, wenn fristgerecht eine den Anforderungen der Aufgabenstellung entsprechende Arbeit eingereicht wurde, die von der Jury zur Beurteilung zugelassen wird. Es werden maximal 10 Teilnehmerteams für die 2. Phase ausgewählt.

Preisgeld
Von der Wettbewerbssumme stehen 42.000 Euro netto für die Preisgelder zur Verfügung, wobei folgende Verteilung auf die Preise vorgesehen ist:
1. Preis: 16.000 Euro netto
2. Preis: 12.000 Euro netto
3. Preis: 8.000 Euro netto    
Anerkennung(en) 6.000 Euro netto

Sofern die Wettbewerbsteilnehmenden Umsatzsteuer abführen, wird diese ihnen anteilig zusätzlich vergütet.

Das Preisgericht ist berechtigt, die Gesamtsumme durch einstimmigen Beschluss anders zu verteilen.


WETTBEWERBSLEISTUNGEN
In der 1. Phase ist die Leitidee und der Konzeptansatz darzustellen (auf einem DIN A1 Plan, weitere Darstellungsformen, beispielsweise als Text/Zeichnung/Skizze/Grafik/Arbeitsmodell sind möglich), in der 2. Phase ist die Wettbewerbsaufgabe auszuarbeiten.


TERMINE
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen: ab 7. November 2022
Kolloquium 1. Phase: 18. Januar 2023
Abgabe der Pläne 1. Phase: 1. März 2023
Sitzung des Preisgerichts 1. Phase: 29. März 2023
Schriftliche Rückfragen 2. Phase: 26. April 2023
Abgabe der Pläne 2. Phase: 14. Juni 2023
Sitzung des Preisgerichts 2. Phase: 11. Juli 2023


WETTBEWERBSUNTERLAGEN
Die an einer Teilnahme interessierten Bewerber*innen bzw. Bewerbergemeinschaften erhalten nach Übersendung der ausgefüllten und unterschriebenen Verpflichtungserklärung (per E-Mail an das Büro der Wettbewerbsbetreuung wbw@mt2architekten.de ab dem 7. November 2022 einen Link zu den Auslobungsunterlagen.

Die Verpflichtungserklärung kann über untenstehenden Link heruntergeladen werden.

Referat VI - Planen und Bauen

Referatsleitung: Josef Weber

Anschrift

Werner-von-Siemens-Straße 61
91052 Erlangen

Öffnungszeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 14:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr