2 Ausstellungen: Kriegsende 1945 in Erlangen – und nun?
Stand: 07.10.2026
Das Stadtarchiv zeigt bis 28. Januar 2027 zwei kleine Ausstellungen zu Erlangen in den Jahren 1945/46. Ein Schwerpunkt ist die erste freie Kommunalwahl nach der Zeit der Diktatur im Mai 1946
Am 16. April 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Erlangen mit der kampflosen Übergabe der Stadt. Anders als in anderen Städten waren Gebäude und Infrastruktur weitgehend unversehrt geblieben. Die Beseitigung der Strukturen des NS-Staates und die Neuorganisation des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens durch die amerikanische Besatzungsmacht stellten nun eine schwierige Aufgabe dar: Vom NS-Regime verschleppte Menschen, Heimatvertriebene und Geflüchtete mussten untergebracht, die wachsende Bevölkerung der Stadt mit dem Nötigsten versorgt, öffentliches Leben und Verwaltung neu organisiert werden. Wie das gelang, steht im Mittelpunkt von gleich zwei kleinen Ausstellungen, die derzeit im Stadtarchiv Erlangen zu sehen sind und am 14.10.2026 um 18 Uhr im Rahmen einer Abendveranstaltung eröffnet werden.
In der Zeit bis 2029 wird das Stadtarchiv jährlich eine Kabinettausstellung zu zentralen Stationen der Erlanger Nachkriegszeit bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 zeigen. Den Auftakt machen eine Archivalienschau zur ersten freien Kommunalwahl nach der NS-Herrschaft und eine Plakatausstellung, die Schülerinnen und Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Erlangen in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv erarbeitet haben. In „‘Gestern muß dem Heute weichen.‘ Erlangen 1945/46“ präsentieren die Jugendlichen schlaglichtartig, wie das Leben in ihrer Stadt nach dem Krieg aussah: Wiederaufnahme des Schulbetriebs, erste Bergkirchweih, Wohnsituation und Zusammenarbeit mit der amerikanischen Militärregierung haben sie dabei in den Blick genommen.
Diese Präsentation bietet den inhaltlichen Rahmen für die Ausstellung des Stadtarchivs: „Erlangen zwischen Ende und Anfang. Die Gemeindewahl in Erlangen am 26. Mai 1946“. Was als Kommunalwahl zunächst wenig spektakulär daherkommt, fand 1946 unter erschwerten Bedingungen statt: die erste demokratische Wahl nach 13 Jahren, unübersichtliche Einwohnerverhältnisse mit Zu- und Wegzügen, Ein- und Ausquartierungen, Entnazifizierungsmaßnahmen usw. Wie im Brennglas zeigt diese besondere Wahl auf, wie voraussetzungsreich demokratische Wahlen selbst auf lokaler Ebene sind.
Das Stadtarchiv lädt am Mittwoch, 14. Oktober um 18 Uhr zu einer Eröffnungsveranstaltung ein, bei der die Schülerinnen und Schüler ihre Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen werden. Natürlich besteht auch Gelegenheit, beide Ausstellungen zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten beider Schauen bis 28. Januar 2027: Mo 9-18 Uhr, Di und Do 9-16 Uhr, Mi 8-12 Uhr (Feiertage ggf. abweichend), Gruppen auch nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.
Ort: Lesesaal des Stadtarchivs Erlangen, Luitpoldstr. 47 (Eingang Bernhard-Plettner-Ring)