Naturschutz; Biodiversitätsberatung
Stand: 16.09.2026
Die Biodiversitätsberatung ist zuständig für Fragen rund um das Thema Artenvielfalt.
Sie möchten etwas für die Artenvielfalt in der Stadt tun und haben Fragen dazu? Dann melden Sie sich bei uns! Gerne beraten wir Sie oder vermitteln Kontakte zu weiteren AkteurInnen und Initiativen in der Stadt.
Aktueller Beitrag! GArtenvielfalt trotz Dürre - Staudenbörse!
Darüber hinaus sind wir Ansprechpartnerinnen zu folgenden Themen:
Der Arbeitskreis (AK) Stadtnatur engagiert sich für Artenvielfalt in Stadt und Garten. Wir verwandeln Patenschaftenflächen im öffentlichen Grün in blühende Paradiese für Wildbienen, Schmetterlinge & Menschen und pflegen diese. Wir unterstützen Menschen, die selbst Patenschaftsflächen im öffentlichen Grün zum Blühen bringen möchten, mit unserem ökologischen und gärtnerischen Fachwissen. Wir knüpfen Netzwerke zum Erfahrungsaustausch zu allen Themen rund um die Stadtnatur.
In unserem AK Stadtnatur arbeiten Menschen, die sich ehrenamtlich für die Natur in der Stadt engagieren zusammen mit Menschen, die das hauptamtlich als Mitarbeiterinnen der Stadt Erlangen tun. Wir freuen uns darauf gemeinsam mit weiteren Bürgerinnen und Bürgern blühende Vielfalt in der Stadt zu gestalten und zu genießen.
Sie möchten mitmachen beim Gärtnern oder in der Beratung? Möchten Sie selbst eine Patenschaft übernehmen und eine Fläche pflegen?
Wir freuen uns über Mitwirkende.
Bitte, nehmen Sie Kontakt auf unter biodiv.beratung@stadt.erlangen.de
Im Vertragsnaturschutz Offenland werden mit den Landbewirtschaftern Maßnahmen zur extensiven Bewirtschaftung von Wiese, Weide, Acker oder Teich vereinbart. Der Vertrag gilt in der Regel für fünf Jahre. Für vereinbarte Extensivierungsleistungen erhält der Vertragspartner ein festgelegtes Entgelt, durch das der Bewirtschaftungsaufwand ausgeglichen werden soll. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier!
Voraussetzung für die Antragstellung ist ein Beratungsgespräch bei der unteren Naturschutzbehörde.
Sie möchten eine Wiese, einen Acker oder einen Teich im Gebiet der Stadt Erlangen zukünftig extensiv bewirtschaften?
Die Biodiversitätsberaterin der Unteren Naturschutzbehörde klärt dazu mit Ihnen, ob die Flächen grundsätzlich geeignet sind für die Förderung und welche Maßnahmenkombinationen möglich und sinnvoll sind. Eine Begutachtung der Flächen kann nur während der Vegetationsperiode vor der Antragstellung erfolgen.
Bitte, nehmen Sie dazu möglichst im Frühjahr des Vorjahres Kontakt auf unter Biodiv.Beratung@stadt.erlangen.de.
Bitte nennen Sie uns dazu:
- Ihre Betriebsnummer
- die Flächenidentifikationsnummer (FID) für die von Ihnen bewirtschaftete Fläche
Die Bewirtschafter, deren Flächen sich bereits im Vertragsnaturschutzprogramm befinden und im kommenden Jahr auslaufen, werden von uns angeschrieben und bei Bedarf zum Gespräch eingeladen. Sollen einzelne Flächen nicht verlängert, oder neue Flächen in den Vertrag mit aufgenommen werden, so kann dies im Beratungsgespräch vereinbart werden.
Bitte, halten Sie folgende Unterlagen für das Beratungsgespräch bereit:;
- Bewertungsblatt für den auslaufenden Zeitraum
- Bei Streuobstmaßnahmen: Luftbild mit Einzeichnung der förderfähigen Bäume
- FID weiterer Feldstücke oder Flurnummer und Gemarkung, falls neue Flächen aufgenommen werden sollen
Nach dem Beratungsgespräch ist während der Antragszeit (i.d.R. Januar bis Februar) der AUM-Grundantrag bei dem für den Betrieb zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu stellen.
Falls Sie die VNP-Verpflichtung nicht fortführen wollen, senden Sie uns bitte möglichst frühzeitig eine Mitteilung unter Angabe der FID.
Auf geht’s – Streuobst für alle!
„Streuobst für Alle“ heißt das Förderprogramm des Bayerischen Streuobstpaktes, mit dem Privatleute unterstützt werden, die Obstbäume pflanzen wollen. Bezuschusst wird der Kauf von hochstämmigen Obstbäumen (Stammhöhe mind. 140 cm). Folgende Obstarten werden gefördert:
Kernobst (Apfel, Birne), Steinobst (Pflaume, Kirsche), Walnuss, Quitte, Wildobst (z.B. Speierling, Elsbeere). Weitere Infos zur Förderrichtlinie finden Sie hier.
Als Kommune kann die Stadt Erlangen dazu den Förderantrag beim Amt für ländliche Entwicklung stellen. Wir bündeln die Anfragen von interessierten BürgerInnen.
Die beste Pflanzzeit für Obstbäume ist Ende Oktober bis Ende November. Sollten Sie heuer noch pflanzen wollen, melden Sie sich möglichst bis zum 15.09. bei uns mit Ihren Wünschen! Später eingehende Wünsche werden dann im nächsten Jahr rechtzeitig vor der Pflanzzeit gebündelt.
Streuobst in der Landwirtschaft
Landwirte, die Obstbäume pflanzen oder erhalten möchten, können dafür Zuschüsse z.B. über das Kulturlandschaftsprogramm oder das Vertragsnaturschutzprogramm beantragen. Hier geht es zum Förderwegweiser KULAP und VNP..
Streuobst in Erlangen
Die AG Streuobstwiese des Bund Naturschutz pflegt in Atzelsberg einen großen Obstbaumbestand mit 400 Bäumen und ca.100 Sorten. Mitte September findet dort in der Regel die erste Ernteaktion statt. Ein Teil des Obstes wird direkt vor Ort mit der Saftpresse verarbeitet. Interessierte Helferinnen und Helfer sind immer willkommen. Falls Sie dabei sein möchten, können Sie über die BN-Geschäftsstelle Kontakt aufnehmen zur AG Streuobstwiese unter erlangen@bund-naturschutz.de. Weitere Infos zum Projekt finden Sie hier. Auch der Landesbund für Vogel- und Naturschutz betreut Streuobstwiesen in unserer Region und freut sich über interessierte Mitwirkende.
Vielfalt pflegen für unsere Zukunft
Wer selbst Streuobst pflanzen möchte und sich fragt, welche Sorten geeignet wären, erkundigt sich am besten bei Obstgärtnern in seiner Region nach deren Erfahrungen. Hilfreich könnte ein Besuch bei der AK Streuobstwiese des Bund Naturschutz sein. Wir können Ihnen auf Anfrage Sortenlisten zur Verfügung stellen, die einen Überblick über regional bewährte Sorten und ihre Eigenschaften bieten. Ein interessantes Sortenverzeichnis wurde im Rahmen des Projektes „Tausend Obstbäume für die Frankenalb“ erstellt. Darüber hinaus sei die riesige Obstsortendatenbank des BUND Lemgo empfohlen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass die in der Literatur angegebenen Reifezeitpunkte heute aufgrund des Klimawandels tatsächlich bis zu 14 Tage früher eintreten. Das ist von Region zu Region unterschiedlich und hängt auch vom Kleinklima des Standortes ab.
Obstwiesenpflege – Baumgesundheit und Artenvielfalt
Die baumgerechte Pflege von Hochstammobstbäumen ist eine anspruchsvolle Kulturtechnik, die jeder erlernen kann. Dazu gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Heute findet in der Streuobstszene vor allem der Oeschberg-Palmer-Schnitt breite Anwendung. Wer einen Obstbaum sinnvoll pflegen möchte, muss wissen, wie er den Baum in seiner jeweiligen Lebensphase gut unterstützen kann. Man kann lernen den Baum zu verstehen. Dazu muss man ihn genau anschauen. Jede Sorte verhält sich etwas anders. Auch der Standort hat großen Einfluss. Wer mit seinen Bäumen ins Gespräch kommen möchte, dem seien die Obstbaumpflege-Kurse der Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. empfohlen. Außerdem bietet die VHS Erlangen Obstbaumschnitt-Kurse an.
Auch durch die Wiesenmahd kann man Baumgesundheit und Artenvielfalt fördern. Idealerweise mäht man die Wiese mit Balkenmäher oder Sense und in Teilen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Bereiche unter den Baumkronen können zwei- bis dreimal im Jahr gemäht und gemulcht werden. Das Mulchen unterstützt im Sommer die Ernährung der Bäume und die Bodenfeuchte. Im Herbst sollte das Mulchmaterial entfernt werden. Durch Teilmahd erhält man eine Strukturvielfalt und ein Blütenangebot über die ganze Saison. Davon profitieren zahlreiche Insektenarten und alle Tiere, die sich von Insekten ernähren, wie z.B. Vögel und Fledermäuse. Je größer die Artenvielfalt, desto gesünder das ganze System. So kann man dem Überhandnehmen von Obstschädlingen vorbeugen.
Wer seine Streuobstwiese beweiden lassen möchte, muss die Bäume durch entsprechende Zäunung vor Verbiss schützen. Pferde und Ziegen sind für die Beweidung von Streuobstwiesen nicht geeignet.
Artenvielfalt auf Streuobstwiesen
Streuobstwiesen werden in der Regel ohne Herbizide, Insektizide, Fungizide und synthetische Stickstoffdünger bewirtschaftet. So kann dieser komplexe Lebensraum aus Bäumen und Wiese mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten Nahrung und/ oder Nistmöglichkeiten bieten. Der Landesbund für Vogelschutz stellt einige typische Arten der Streuobstwiesen vor.
Streuobst genießen
Pflückreif ist ein Apfel dann, wenn der Stiel beim Umbiegen leicht bricht. Viele Sorten müssen erst gelagert werden, um genussreif zu werden. Die Genussreife erkennt man unter anderem daran, dass die Kerne nicht mehr hell, sondern braun sind. Interessante Rezepte mit Obst finden Sie zum Beispiel beim Landschaftspflegeverband Mittelfranken.
Auch wer Streuobstsaft trinkt, fördert damit den Streuobstanbau und die Artenvielfalt. Erkundigen Sie sich beim Getränkemarkt ihres Vertrauens oder im Bioladen nach Streuobstsäften! Außerdem bieten örtliche Naturschutzverbände oder Landwirte gelegentlich Saft von eigenen Streuobstwiesen an. Die alten Sorten sind in der Regel auch deshalb besonders gesund, weil sie viele Polyphenole enthalten. Diese Sorten sind in der Regel auch für Allergiker genießbar. Hilfreiche Tipps und eine Sortenliste für Apfelallergiker bietet der BUND Lemgo.
Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Erlangen erarbeitet eine eigene Biodiversitätsstrategie.
Diese orientiert sich an der Bayerischen Biodiversitätsstrategie und der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt.
In Erlangen-Sieglitzhof ist der Boden sandig - eine Herausforderung für jede Gärtnerin. Sabine Knuff schafft es trotz Sand, Hitze und Dürre die Pflanzen-, Insekten- und Vogelvielfalt in ihrem Garten zu fördern. „Das ist ganz einfach, wenn man trockenheitstolerante, heimische Wildpflanzen ansiedelt. Genau darauf sind auch viele seltene Wildbienen- und Schmetterlingsarten angewiesen.“ erläutert die Naturgartenspezialistin. Sie empfiehlt zum Beispiel die Gewöhnliche Goldrute. Diese blüht goldgelb von August bis Oktober und wächst sogar in Pflasterritzen, wenn es sein muss. Die Gewöhnliche Goldrute bietet immerhin 73 Wildbienen-, 27 Schmetterlings-, 31 Schwebfliegenarten Nahrung in Form von Pollen, Nektar oder Raupenfutter (www.naturdb.de). Nicht empfohlen wird dagegen die bekanntere Kanadische Goldrute. Diese kommt bei uns sehr häufig vor, weil sie sich invasiv in der Natur ausbreitet.
Sabine Knuff engagiert sich ehrenamtlich im AK Stadtnatur der Stadt Erlangen. Der AK Stadtnatur unterstützt Menschen, welche die Artenvielfalt in der Stadt oder im eigenen Garten fördern möchten. Das AK-Team berät sie und hilft auch bei der Anlage von Patenschaftsflächen für die Vielfalt im öffentlichen Grün. Interessierte können Kontakt aufnehmen mit der Biodiversitätsberaterin der Stadt Erlangen unter biodiv.beratung@stadt.erlangen.de .
Im Rahmen des Nachhaltigkeitstages, am 26. September auf dem Erlanger Schlossplatz, lädt der AK Stadtnatur zur (Wild)Staudenbörse ein. Angeboten werden heimische Wildstauden zum Tauschen sowie Beratung zum naturnahen Gärtnern. Dabei können häufige Fragen geklärt werden: Wie macht man aus einer Rasenfläche eine Blumenwiese? Welche Pflanzen sind trockenheitstolerant und wertvoll für Hummeln und Schmetterlinge? Was kann ich für meinen Gemüsegarten für den gesunden Boden und den Dürreschutz tun? Der AK Stadtnatur empfiehlt allen Interessierten, die sich mit Pflanzen aus dem eigenen Garten beteiligen möchten, möglichst jetzt schon Ableger zu machen und einzutopfen, damit sich diese bis zur Staudenbörse gut entwickeln können.
Bild links: Purpur-Waldfetthenne und Gewöhnliche Goldrute locken von August bis Oktober viele Blütenbesucher in den naturnahen Garten. Bild rechts: Diese Jungpflanzen warten bereits auf ihren Einsatz bei der (Wild)Staudenbörse des AK Stadtnatur.