Naturschutz; Biodiversitätsberatung
Stand: 18.11.2025
Zwei Biodiversitätsberaterinnen sind zuständig für Fragen rund um das Thema Artenvielfalt.
Sie möchten etwas für die Artenvielfalt in der Stadt tun und haben Fragen dazu? Dann melden Sie sich bei uns! Gerne beraten wir Sie oder vermitteln Kontakte zu weiteren AkteurInnen und Initiativen in der Stadt.
Darüber hinaus sind wir Ansprechpartnerinnen zu folgenden Themen:
Der Arbeitskreis (AK) Stadtnatur engagiert sich für Artenvielfalt in der Stadt. Aktuell übernehmen wir Patenschaften für Flächen im öffentlichen Grün, um diese in blühende Paradiese für Wildbienen, Schmetterlinge & Menschen zu verwandeln. Außerdem unterstützen wir Menschen, die selbst Patenschaftsflächen im öffentlichen Raum vor ihrer Haustüre zum Blühen bringen möchten, mit unserem ökologischen und gärtnerischen Fachwissen.
In unserem AK Stadtnatur arbeiten Menschen, die sich ehrenamtlich für die Natur in der Stadt engagieren zusammen mit Menschen, die das hauptamtlich als Mitarbeiterinnen der Stadt Erlangen tun. Wir freuen uns darauf gemeinsam mit weiteren Bürgerinnen und Bürgern blühende Vielfalt in der Stadt zu gestalten und zu genießen.
Auf geht’s – Streuobst für alle!
„Streuobst für Alle“ heißt das Förderprogramm des Bayerischen Streuobstpaktes, mit dem Privatleute unterstützt werden, die Obstbäume pflanzen wollen. Bezuschusst wird der Kauf von hochstämmigen Obstbäumen (Stammhöhe mind. 140 cm). Folgende Obstarten werden gefördert:
Kernobst (Apfel, Birne), Steinobst (Pflaume, Kirsche), Walnuss, Quitte, Wildobst (z.B. Speierling, Elsbeere). Weitere Infos zur Förderrichtlinie finden Sie hier.
Als Kommune kann die Stadt Erlangen dazu den Förderantrag beim Amt für ländliche Entwicklung stellen. Wir bündeln die Anfragen von interessierten BürgerInnen.
Die beste Pflanzzeit für Obstbäume ist Ende Oktober bis Ende November. Sollten Sie heuer noch pflanzen wollen, melden Sie sich einfach bis zum 15.09.25 bei uns mit Ihren Wünschen! Später eingehende Wünsche werden dann im nächsten Jahr rechtzeitig vor der Pflanzzeit 2026 gebündelt.
Streuobst in der Landwirtschaft
Landwirte, die Obstbäume pflanzen oder erhalten möchten, können dafür Zuschüsse z.B. über das Kulturlandschaftsprogramm oder das Vertragsnaturschutzprogramm beantragen. Hier geht es zum Förderwegweiser KULAP und VNP..
Streuobst in Erlangen
Die AG Streuobstwiese des Bund Naturschutz pflegt in Atzelsberg einen großen Obstbaumbestand mit 400 Bäumen und ca.100 Sorten. Am 12. und 13.09.25 findet dort heuer die erste Ernteaktion statt. Ein Teil des Obstes wird direkt vor Ort mit der Saftpresse verarbeitet. Interessierte Helferinnen und Helfer sind immer willkommen. Falls Sie dabei sein möchten, können Sie über die BN-Geschäftsstelle Kontakt aufnehmen zur AG Streuobstwiese unter erlangen@bund-naturschutz.de. Weitere Infos zum Projekt finden Sie hier. Auch der Landesbund für Vogel- und Naturschutz betreut Streuobstwiesen in unserer Region und freut sich über interessierte Mitwirkende.
Vielfalt pflegen für unsere Zukunft
Wer selbst Streuobst pflanzen möchte und sich fragt, welche Sorten geeignet wären, erkundigt sich am besten bei Obstgärtnern in seiner Region nach deren Erfahrungen. Hilfreich könnte ein Besuch bei der AK Streuobstwiese des Bund Naturschutz sein. Wir können Ihnen auf Anfrage Sortenlisten zur Verfügung stellen, die einen Überblick über regional bewährte Sorten und ihre Eigenschaften bieten. Ein interessantes Sortenverzeichnis wurde im Rahmen des Projektes „Tausend Obstbäume für die Frankenalb“ erstellt. Darüber hinaus sei die riesige Obstsortendatenbank des BUND Lemgo empfohlen. Grundsätzlich ist zu beachten, dass die in der Literatur angegebenen Reifezeitpunkte heute aufgrund des Klimawandels tatsächlich bis zu 14 Tage früher eintreten. Das ist von Region zu Region unterschiedlich und hängt auch vom Kleinklima des Standortes ab.
Obstwiesenpflege – Baumgesundheit und Artenvielfalt
Die baumgerechte Pflege von Hochstammobstbäumen ist eine anspruchsvolle Kulturtechnik, die jeder erlernen kann. Dazu gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Heute findet in der Streuobstszene vor allem der Oeschberg-Palmer-Schnitt breite Anwendung. Wer einen Obstbaum sinnvoll pflegen möchte, muss wissen, wie er den Baum in seiner jeweiligen Lebensphase gut unterstützen kann. Man kann lernen den Baum zu verstehen. Dazu muss man ihn genau anschauen. Jede Sorte verhält sich etwas anders. Auch der Standort hat großen Einfluss. Wer mit seinen Bäumen ins Gespräch kommen möchte, dem seien die Obstbaumpflege-Kurse der Streuobstinitiative Hersbrucker Alb e.V. empfohlen. Außerdem bietet die VHS der Stadt Erlangen Obstbaumschnitt-Kurse an.
Auch durch die Wiesenmahd kann man Baumgesundheit und Artenvielfalt fördern. Idealerweise mäht man die Wiese mit Balkenmäher oder Sense und in Teilen zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Bereiche unter den Baumkronen können zwei- bis dreimal im Jahr gemäht und gemulcht werden. Das Mulchen unterstützt im Sommer die Ernährung der Bäume und die Bodenfeuchte. Im Herbst sollte das Mulchmaterial entfernt werden. Durch Teilmahd erhält man eine Strukturvielfalt und ein Blütenangebot über die ganze Saison. Davon profitieren zahlreiche Insektenarten und alle Tiere, die sich von Insekten ernähren, wie z.B. Vögel und Fledermäuse. Je größer die Artenvielfalt, desto gesünder das ganze System. So kann man dem Überhandnehmen von Obstschädlingen vorbeugen.
Wer seine Streuobstwiese beweiden lassen möchte, muss die Bäume durch entsprechende Zäunung vor Verbiss schützen. Pferde und Ziegen sind für die Beweidung von Streuobstwiesen nicht geeignet.
Artenvielfalt auf Streuobstwiesen
Streuobstwiesen werden in der Regel ohne Herbizide, Insektizide, Fungizide und synthetische Stickstoffdünger bewirtschaftet. So kann dieser komplexe Lebensraum aus Bäumen und Wiese mehr als 5.000 Tier- und Pflanzenarten Nahrung und/ oder Nistmöglichkeiten bieten. Der Landesbund für Vogelschutz stellt einige typische Arten der Streuobstwiesen vor.
Streuobst genießen
Pflückreif ist ein Apfel dann, wenn der Stiel beim Umbiegen leicht bricht. Viele Sorten müssen erst gelagert werden, um genussreif zu werden. Die Genussreife erkennt man unter anderem daran, dass die Kerne nicht mehr hell, sondern braun sind. Interessante Rezepte mit Obst finden Sie zum Beispiel beim Landschaftspflegeverband Mittelfranken.
Auch wer Streuobstsaft trinkt, fördert damit den Streuobstanbau und die Artenvielfalt. Erkundigen Sie sich beim Getränkemarkt ihres Vertrauens oder im Bioladen nach Streuobstsäften! Außerdem bieten örtliche Naturschutzverbände oder Landwirte gelegentlich Saft von eigenen Streuobstwiesen an. Die alten Sorten sind in der Regel auch deshalb besonders gesund, weil sie viele Polyphenole enthalten. Diese Sorten sind in der Regel auch für Allergiker genießbar. Hilfreiche Tipps und eine Sortenliste für Apfelallergiker bietet der BUND Lemgo.