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Dunkelfeldstudie bestätigt die Notwendigkeit von Gewaltschutz

Stand: 23.02.2026

Der Stadtrat hat im November 2025 den Schwerpunkt „Gewaltschutz“ im ersten Gleichstellungsaktionsplan festgelegt. Die aktuelle Dunkelfeldstudie „LeSuBiA“ bestätigt die Dringlichkeit: Ein Großteil der häuslichen Gewalt bleibt ungemeldet, Frauen*, junge Menschen und queere Personen sind besonders betroffen.

Der Stadtrat der Stadt Erlangen hat im November 2025 bei der Unterzeichnung der Europäischen Charta der Gleichstellung das Thema „Gewaltschutz“ als Schwerpunkt des ersten Gleichstellungsaktionsplans festgelegt. Nun wurde die Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)“ vom Bundesfrauenministerium, Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt vorgestellt. Die Studie liefert erstmals belastbare Daten zur tatsächlichen Gewaltbetroffenheit in Deutschland, weit über die polizeilich bekannten Fälle hinaus. Die Ergebnisse bestätigen, wie wichtig der gewählte Fokus im Aktionsplan ist.

Die Studie zeigt, dass ein Großteil der häuslichen und geschlechtsspezifischen Gewalt im Dunkelfeld bleibt: Die Anzeigequoten liegen bei den meisten Gewaltformen unter zehn Prozent, bei Gewalt in (Ex-)Partnerschaften sogar unter fünf Prozent. Besonders betroffen sind Frauen*, die häufigere und intensivere Gewalterfahrungen machen als Männer, sowie junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und Angehörige der LSBTIQA+*-Community. Die Studie macht deutlich, dass Gewalt kein Randphänomen ist, sondern Millionen Menschen betrifft. Gewalt findet häufig im engsten sozialen Umfeld statt und unterschiedliche Formen der Benachteiligung steigern das Potential, Opfer von Gewalt zu werden.

Zusätzlich ist im Februar 2025 das neue Gewalthilfegesetz in Kraft getreten, das Betroffenen erstmals einen bundesweiten, gesetzlichen Anspruch auf kostenfreie Schutz- und Beratungsangebote in Aussicht stellt, ganz unabhängig davon, ob eine Strafanzeige gestellt wird. Die Länder sind verpflichtet, ab Januar 2027 flächendeckend bedarfsgerechte Hilfsangebote bereitzustellen. Wie sich die tatsächliche Umsetzung und die Auswirkungen gestalten, bleibt abzuwarten.

Erlangen verfügt bereits über ein gut aufgestelltes Netz an Beratungsstellen und Unterstützungsangeboten. Die Erkenntnisse aus der Dunkelfeldstudie und die gesetzlichen Vorgaben des Gewalthilfegesetzes bilden nun eine wichtige Grundlage, um bestehende Strukturen gezielt zu optimieren, Dunkelfelder weiter aufzuhellen und Betroffene noch besser zu schützen.

Der Schwerpunkt Gewaltschutz im ersten Gleichstellungsaktionsplan ist somit eine konsequente Antwort auf die drängenden Herausforderungen der Gegenwart, mit dem Ziel, langfristig mehr Schutz und Unterstützung für Betroffene zu bieten und Gewalt nachhaltig zu verhindern.

Weitere Informationen:

Meldung vom 10.02.2026 des Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ergebnisse der Dunkelfeldstudie LeSuBiA