Ehrenbürgerwürde für Pierrette Herzberger-Fofana
Stand: 20.01.2026
Mit der Ernennung ist sie nach Dinah Radtke die zweite Frau, der diese Auszeichnung in Erlangen verliehen wurde.
Im feierlichen Rahmen hat die Stadt Erlangen am Dienstagabend, 13. Januar, Pierrette Herzberger-Fofana bei einer Festsitzung des Erlanger Stadtrats mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Oberbürgermeister Florian Janik würdigte in seiner Laudatio das außergewöhnliche politische, gesellschaftliche und ehrenamtliche Engagement der früheren Stadträtin und Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Sie habe damit die Entwicklung der Stadt über viele Jahre hinweg nachhaltig geprägt.
„Pierrette Herzberger-Fofana hat sich in außergewöhnlicher Weise für unsere Stadt eingesetzt. Ihr Engagement für Bildung, soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung und Vielfalt prägt Erlangen bis heute. Mit der Ehrenbürgerwürde danken wir ihr für diesen unbeirrbaren Einsatz und ihren Beitrag zu einer offenen und solidarischen Stadtgesellschaft“, betonte Janik. Ihr Wirken stehe beispielhaft für eine Stadt, die sich zu Vielfalt, sozialer Gerechtigkeit und globaler Verantwortung bekenne.
Engagement für Erlangen
Die gebürtige Malierin, die im Senegal aufwuchs und nach ihrem Studium in Paris, München und Trier in Erlangen als Literaturwissenschaftlerin lehrte und forschte, war von 2005 bis 2019 Mitglied des Erlanger Stadtrats. Dort setzte sie deutliche Akzente insbesondere in den Bereichen Bildung, Soziales, Gesundheit und Jugendhilfe.
Auf ihre Initiative gehen unter anderem die erstmals 2015 durchgeführten „Black History Weeks“ zurück. In der UN-Dekade für die Menschen afrikanischer Herkunft machte die Veranstaltungsreihe Geschichte und Gegenwart Schwarzer Menschen in Deutschland sichtbar und trug wesentlich zur gesellschaftlichen Sensibilisierung bei.
Wirken auf europäischer Ebene
Von 2019 bis 2024 vertrat Herzberger-Fofana die Region im Europäischen Parlament. Dort setzte sie sich unter anderem als erste stellvertretende Vorsitzende des Entwicklungsausschusses sowie der Delegation für die Beziehungen zum Panafrikanischen Parlament für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung ein.
Ehrenamtliches Engagement und internationale Anerkennung
Ein weiterer Schwerpunkt ihres Wirkens liegt im ehrenamtlichen Engagement. Als Mitbegründerin von Forward-Germany, Foundation of Women’s Health Research and Development e. V., engagiert sich Herzberger-Fofana seit Jahrzehnten gegen weibliche Genitalverstümmelung und für die Rechte von Frauen und Mädchen. In dieser Funktion sprach sie 2013 vor den Vereinten Nationen in New York.
Für ihr Engagement wurde Herzberger-Fofana vielfach ausgezeichnet. Bereits 2009 erhielt sie den renommierten Helene-Weber-Preis für ihren Einsatz gegen Gewalt an Frauen. Auch international fand ihr Wirken Anerkennung: Die Republik Senegal verlieh ihr den nationalen Verdienstorden „Chevalier de l’Ordre National du Mérite du Sénégal“.
Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger der Stadt Erlangen
Mit der Ernennung von Pierrette Herzberger-Fofana ist sie nach Dinah Radtke die zweite Frau, der diese Auszeichnung in Erlangen verliehen wurde. Zu den weiteren lebenden Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürgern der Stadt zählen die Alt-Oberbürgermeister Dietmar Hahlweg und Siegfried Balleis sowie der ehemalige Bundesminister Dieter Haack.
Fotos: Harald Sippel
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Kommunale Auszeichnung; Ehrung durch die Gemeinde
Die Gemeinden können verdiente Bürger mit eigenen Auszeichnungen ehren.
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