FGM/C - weibliche Genitalbeschneidung und -verstümmelung
Stand: 19.10.2026
Die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen hat gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle Erlangen-Höchstadt und der Gesundheitsregionplus ERH & ER im Rahmen des Projekts „Menschenrechte stärken – FGM/C begegnen“ wichtige Schritte unternommen, um das Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C) in der Region sichtbarer zu machen und dafür zu sensibilisieren.
Wofür steht FGM/C?
FGM/C (Female Genital Mutilation / Cutting) bezeichnet die Verstümmelung und Beschneidung weiblicher Genitalien. Das ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung, die weltweit in über 90 Ländern praktiziert wird, trotz gesetzlicher Verbote. In Deutschland leben schätzungsweise über 100.000 betroffene Frauen und mehr als 17.000 gefährdete Mädchen.
Aktuelle Planungen
Das Thema weibliche Genitalverstümmelung ist und bleibt wichtig. Die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen und ihre Kooperationspartner*innen beschäftigen sich aktuell damit, wie die Arbeit zum Schutz betroffener Mädchen und Frauen fortgeführt und weiterentwickelt werden kann. Dafür werden aktuell die Möglichkeiten einer weiteren Förderantragstellung geprüft und im Laufe des kommenden Jahres zusammen mit Expert*innen sowie Fachkräften Formate geplant. Die Sensibilisierung der Bevölkerung sowie das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte, die in ihrer Arbeit mit dem Thema in Berührung kommen, soll weiterhin verfolgt werden.
Wir laden alle Bürger*innen und Fachkräfte ein, das Thema FGM/C weiterhin mitzutragen.
Rückblick auf das Projekt "Menschenrechte stärken - FGM/C begegnen" aus 2025
Das Projekt verfolgte das Ziel, Fachkräfte und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und Hilfsangebote sowie die Versorgung betroffener Frauen und Mädchen zu verbessern. Dazu wurden verschiedene Veranstaltungen durchgeführt:
- Fortbildung für psycho-sozial beratende Fachkräfte (zweiteilig) im Oktober 2025
- Vortrag im Erlanger Arbeitskreis „Runder Tisch Gewalt“ am 10.10.2025
- Informationsabend „Die richtigen Worte finden“ am 30.10.2025 in der Stadtbibliothek:
Hier ging es um den sensiblen Umgang mit dem Thema, kulturelle Unterschiede und den Schutz gefährdeter Mädchen. Anhand von Praxisbeispielen wurde gezeigt, wie Frauen und Mädchen gestärkt werden können. - Fachvortrag „FGM begegnen“ am 19.11.2025, vor allem für medizinisches Fachpersonal und beratende Personen
- Online-Informationsveranstaltungen für Kultur- und Sprachmittelnde sowie Dolmetschende (10.11. und 24.11.2025):
Vorstellung einer geplanten Schulung zum Thema FGM/C im Jahr 2026, welche leider aufgrund nicht ausreichender Anmeldungen nicht stattfinden konnte.
Weiterführende Informationen
Die im Projekt gesammelte Expertise wurde hier zusammengeführt: www.waswiewo.de/fgmc
Es finden sich umfassende Informationen und Erklärungen zu:
- FGM/C
- Warnzeichen
- Prävalenzstaaten und rechtliche Aspekte (Straftatbestand)
- Handlungsleitfäden bei Verdachtsfällen
- Anlaufstellen und Hilfsangebote
- Weiterführende Materialien