Fahrplan Klima-Aufbruch: Zwischenbericht & Aktuelle Entwicklungen

Stand: 04.08.2022
Seit März finden Sitzungen der Stakeholder-Gruppe und des Bürger*innenrats statt. Die Gruppen werden in mehreren Sitzungsrunden an einem tragfähigen Maßnahmenkatalog arbeiten, mit dem Erlangen klimaneutral werden will.

Der Prozess

Start: Digitale Auftaktveranstaltung am 22. März 2022

März 22: Stakeholder Sitzung #1

April 22: Bürger*innenrat #1 

--> Vorschlag Maßnahmenkatalog durch das ifeu

Mai 22: Stakeholder Sitzung #2 & Bürger*innenrat #2 

--> Bewerteter Maßnahmenkatalog durch das ifeu

Juni 22: Bürger*innenrat #3

Juli 22: Stakeholder Sitzung #3 &  Bürger*innenrat #4

--> Fahrplan Klima-Aufbruch (Empfohlener Maßnahmenkatalog)

Herbst 22: Stadtratsbeschluss & Stadtvertrag Klima

Erlangen konkret: Bericht aus den Sitzungsrunden


Am 24. März und am 1. April haben die ersten Sitzungen der Stakeholder-Gruppe und des Bürger*innenrats stattgefunden. Die Gruppen werden in mehreren Sitzungsrunden an einem tragfähigen Maßnahmenkatalog arbeiten, mit dem Erlangen vor 2030 klimaneutral werden will.

Ich sehe die Teilnahme am Bürger*innenrats als große Chance. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Bürgerinnen und Bürgern und bin besonders gespannt auf die Umsetzung und Annahme der Maßnahmen.   Teilnehmerin des Bürger*innenrat

Bei den ersten Sitzungen trafen die Beteiligten erstmals in ihren Arbeitsgruppen aufeinander. Dabei ging es vor allem darum, Grundlagen zu schaffen: Ein gegenseitiges Kennenlernen sowie eine Übereinstimmung darüber, was die gemeinsamen Zielsetzungen sind und von welchen Prinzipien die Zusammenarbeit bzw. Arbeitsweise geleitet werden soll.

„Klimaschutz ist ein Thema, das jede Person betrifft. Der Bürger*innenrat ist eine Möglichkeit, neue Wege und Lösungen zu entwickeln. Ich erhoffe mir dabei, neue Erkenntnisse zum Thema „Klimaschutz“ zu erlangen. Teilnehmer des Bürger*innenrats

In den ersten Sitzungsrunden ging es vor allem darum, alle Beteiligten auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen: Die Analysen des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) sind die Grundlage für alle Maßnahmen, die in den folgenden Sitzungen diskutiert werden. Daher sollen diese Fakten allen interessierten Leser*innen hier vorgestellt werden.


Wie weiß man, wann eine Stadt klimaneutral sein wird?

Will die Gesamtstadt Erlangen ihren Anteil dazu beitragen, dass das 1,5°C-Ziel erreicht wird, kann sie – gerechnet ab 2020 – noch 3,4 Mio. Tonnen CO₂* verbrauchen. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 wurden knapp 900.000 Tonnen CO₂ auf dem Erlanger Stadtgebiet ausgestoßen. Die jährlich ausgestoßene Menge an CO2** wird in einer kommunalen CO2-Bilanz „gezählt“. Diese umfasst fünf Verbrauchssektoren, hier aufgeführt nach ihrem prozentualen Anteil in Erlangen: Private Haushalte (22 Prozent), Verkehr (39 Prozent), Kommunale Einrichtungen (1 Prozent), Gewerbe (24 Prozent), Industrie (14 Prozent).

* dieses Restbudget ergibt sich anteilig aus dem deutschen Gesamtbudget, dass der Sachverständigenrat für Umweltfragen berechnet hat. ** im Prozess gleichbedeutend mit allen Treibhausgasen


Sanierungen, Photovoltaik (PV) und Mobilität – was müsste geschehen, um das 1,5°C Ziel zu erreichen? 

  • Es gibt rund 20.000 Wohngebäude in Erlangen. Aktuell werden davon jährlich 300 bis 400 Wohngebäude saniert. Um das 1,5°C-Ziel zu erreichen, müssten zukünftig jährlich 2.000 Wohngebäude saniert werden.
  • Aktuell sind PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 25 MWp installiert. Dies entspricht einer Fläche von 29 Fußballfeldern. Pro Jahr müssten 14 MWp zusätzlich gebaut werden. Also eine Fläche von 14 Fußballfeldern oder umgerechnet 1 m² pro Einwohner*in und Jahr.
  • Im Bereich Mobilität müsste sich die Nachfrage im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vervierfachen und der Pkw-Verkehr bis 2028 um 75 Prozent verringern.

Das 1,5°C Ziel einzuhalten ist also eine große Herausforderung. Mit dem Fahrplan Klima-Aufbruch stellt sich die Stadt Erlangen dieser Herausforderung, um so schnell wie möglich Klimaneutralität zu erreichen.


Die Folge-Sitzungen: Ausblick 

Die Zahlen aus den Erlanger Analysen und die Ergebnisse des aktuellen Weltklimarat-Berichts zeigen eindringlich, dass die Klimaziele noch erreichbar sind, aber schnelle Umsetzungsstärke erfordern. So werden sich die Gruppen in den zweiten Sitzungsrunden am 12. und 13. Mai damit auseinandersetzen, mit welchen Maßnahmen das in Erlangen gelingen kann. Wie können mehr Gebäude saniert werden? Wie kann der ÖPNV attraktiver gestaltet werden? Was kann gegen den Fachkräftemangel unternommen werden? Mit welchen Alternativen zu Erdgas und Öl kann in Erlangen geheizt werden?

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft Erlangens!