Neues Gebäudemodernisierungsgesetz
Stand: 18.07.2026
Was gilt beim Heizungstausch? Die städtische Energieberatung rät, bei einem anstehenden Heizungstausch auf zukunftsfähige Technologien wie Wärmepumpen oder den Anschluss an ein Wärmenetz zu setzen.
Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) besagte, dass mit Vorliegen des Kommunalen Wärmeplans ab 1. Juli 2026 in Großstädten wie Erlangen im Normalfall neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden müssen. Vor wenigen Tagen haben Bundestag und Bundesrat das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) mit neuen Regelungen verabschiedet. Die kostenfreie und unabhängige Energieberatung der Stadt Erlangen informiert und berät. Zum Beispiel zu den aktuellen Vorgaben beim Heizungstausch sowie zu Förderprogrammen, die ebenfalls in der letzten Woche mit sofortiger Wirkung verändert wurden.
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz verfolgt das Ziel,
- die Wärmewende stärker an den CO₂-Kennzahlen auszurichten und
- den Eigentümern mehr Technologieoffenheit bei der Wahl ihrer Heizsysteme einzuräumen.
Statt einer sofortigen 65 Prozent-Regel für erneuerbare Energie sieht das Gesetz eine schrittweise steigende Anforderung an den Einsatz erneuerbarer Energieträger vor. Für nun neu installierte Heizungen tritt ab dem Jahr 2029 eine sogenannte „Biotreppe“ in Kraft. Sie verpflichtet Betreiber fossiler Heizungen dazu, einen wachsenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe beizumischen.
Nicht jede zulässige Heizungsvariante ist zu empfehlen
Vordergründig bietet das neue Gesetz Personen, die sich eine neue Heizanlage anschaffen, eine größere Wahlfreiheit in Bezug auf ihre Heiztechnologie. Jedoch nicht alle Heizungsvarianten, die man verwenden darf, sind nach Ansicht der Energieberatung auch zu empfehlen. Das gilt insbesondere für Systeme, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Denn diese Energieträger müssen erst importiert werden und ihre Preise werden auch zukünftig starken Schwankungen in Folge von geopolitischen Krisen unterworfen sein. Zudem werden Gas und Heizöl in den nächsten Jahren absehbar teurer. Denn die Klimafolgekosten werden auf den CO₂-Preis aufgeschlagen. So steigt dieser kontinuierlich.
Auch die sogenannte Biotreppe wird voraussichtlich keine preisliche Entlastung bringen. Biomethan ist bereits jetzt um den Faktor 1,1 bis 1,8 teurer als Erdgas. Die Nachfrage wird durch die Biotreppe, aber auch durch den Bedarf anderer Sektoren wie zum Beispiel zur Spitzenlastdeckung im Stromsektor kontinuierlich zunehmen. Das prognostizieren Experten. Die Verfügbarkeit nachhaltiger Biokraftstoffe ist allerdings begrenzt. Eine Ausweitung der hierfür genutzten Ressourcen würde vielfach zusätzliche Flächen erfordern und tritt damit in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung für die Lebensmittelproduktion. Die steigende Nachfrage bei begrenztem Angebot wird langfristig zu weiter steigenden Preisen führen.
Empfehlung der städtischen Energieberatung
Vor diesem Hintergrund empfiehlt die städtische Energieberatung, bei einem anstehenden Heizungstausch
- auf zukunftsfähige Technologien wie Wärmepumpen oder
- sofern verfügbar – den Anschluss an ein Wärmenetz zu setzen.
Umweltreferentin Sabine Bock erläutert: „Diese Lösungen gewährleisten eine Unabhängigkeit von endlich verfügbaren fossilen Energieträgern und sichern langfristig eine bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung."
Beratungsangebote nutzen
Welche individuellen Möglichkeiten zum Heizungstausch im Haushalt zur Verfügung stehen, sollte im Einzelfall geprüft werden. Die städtische Energieberatung
- macht dafür gern Hausbesuche und klärt über die für den Haushalt zukünftig passenden Heizungssysteme auf
- berät zum aktuellen Stand von Förderprogrammen, die in Anspruch genommen werden können.
Termine können einfach und zeitnah per Mail oder Telefon unter den folgenden Kontaktdaten vereinbart werden:
- telefonisch unter der Rufnummern 09131 86-3410/-2935/-2323
- per E-Mail an energiefragen@stadt.erlangen.de.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.erlangen.de/energie. Dort finden Sie auch Veranstaltungen zum Thema.
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