San Carlos (Nicaragua)

Stand: 13.05.2022
Die Stadt im Süden Nicaraguas ist seit 1991 Partnerstadt. Sie liegt an der Grenze zu Costa Rica und am großen Nicaraguasee und dem Río San Juan.

San Carlos liegt im Südosten der Republik Nicaragua, am Nicaraguasee und an der Grenze zu Costa Rica. Die Entfernung zur Hauptstadt Managua beträgt knapp 300 km, Erlangen liegt ca. 9.500 km entfernt. San Carlos wurde Mitte des 16. Jahrhunderts von den Spaniern als Handelsstützpunkt gegründet. Zum eigentlichen städtischen Bereich von San Carlos kommen noch zahlreiche Dörfer und kleine Ansiedlungen in der Umgebung, die oft nur auf langen, beschwerlichen Land- oder Wasserwegen erreichbar sind. In diesen zu San Carlos gehörenden Teilgemeinden leben etwa 80% der Bevölkerung von insgesamt rund 55.000 Einwohnern.

Die Gemeinde ist Hauptort des Regierungsbezirks Río San Juan, Handelszentrum und Umschlagplatz für die regionalen Produkte aus Ackerbau und Viehzucht sowie Sitz staatlicher Behörden. Auch zahlreiche internationale Nicht-Regierungsorganisationen, die sich in der Projektarbeit engagieren, operieren von San Carlos aus. Mit zwei Krankenhäusern – einem staatlichen und einem privaten (das allerdings für die Versorgung der meisten San Carleños nicht von Bedeutung ist) – und den außerhalb gelegenen Gesundheitszentren versorgt San Carlos die Menschen in der Region mit medizinischen Dienstleistungen. Grund- und weiterführende Schulen gewährleisten die Ausbildung der Kinder. Darüber hinaus bildet eine kleine, vom nicaraguanischen Staat aber voll anerkannte Universität den regional benötigten Nachwuchs an Landwirtschaftsingenieuren und Lehrern aus.

Mit dem Ausbau der Straße zwischen Managua und San Carlos vor einigen Jahren hat sich für die Stadt am Nicaraguasee vieles geändert. Während vorher eine Fahrt in die Hauptstadt Managua lang und beschwerlich war – bis zu 18 Stunden Fahrt über Pisten – hat sich die Fahrtzeit mit dem öffentlichen Bus auf 6-8 Stunden reduziert. Eine große Erleichterung für die San Carleños. Gleichzeitig bewirkt die Straße ein kontinuierliches Anwachsen der Bevölkerung. Immer mehr Menschen ziehen nach San Carlos und lassen sich häufig in wild wachsenden Stadtteilen nieder, oft ohne Stromanschluss und Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine weitere neue Entwicklung für San Carlos ist die Zunahme des Tourismus. Die Stadt eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt z.B. für einen Besuch des traumhaft schönen Solentiname-Archipels oder der Erkundung des Río San Juan und des Naturschutzgebietes Indio Maíz.

Der Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen Erlangen-San Carlos lag in den vergangenen 25 Jahren vor allem auf der Unterstützung von lebenswichtigen Projekten, an der sich auch die Erlanger Bevölkerung immer wieder mit Spenden beteiligt. Insbesondere der Ausbau der medizinischen Versorgung in San Carlos stand im Mittelpunkt, so konnte beispielweise 2006 mit finanzieller Hilfe aus Erlangen ein Krankhaussaal für die Behandlung postoperativer Patienten in Betrieb genommen werden und im folgenden Jahr wurde mit Erlanger Hilfe der Bau der Kinderstation finanziert. Darüber hinaus wird jedoch die Begegnung zwischen Menschen beider Länder mit ihren unterschiedlichen Kulturen und Mentalitäten nicht vergessen. Vor allem die regelmäßigen Einsätze junger Menschen aus San Carlos und Erlangen im Freiwilligendienst tragen zum Austausch und gegenseitigen Verständnis bei. 

Mittlerweile haben sich die partnerschaftlichen Beziehungen auf viele weitere Bereiche ausgeweitet: Unterstützung des Frauen-Hilfsprojektes ARETE, Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Schulprojekte. Besonders mit der Gründung des Vereins Städtepartnerschaft Erlangen – San Carlos e.V. wurde die Städtepartnerschaft um einen wichtigen Akteur ergänzt, der aktiv ein vielfältiges Engagement für San Carlos verfolgt. Eine Besonderheit der Städtepartnerschaft Erlangen-San Carlos ist die Vielfalt an Akteuren und Interessenten in Erlangen. 

Büro für Chancengleichheit und Vielfalt / Internationale Beziehungen

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