Poet*innenfest: Stadt bittet um Spenden
Stand: 31.07.2026
Auf dem Spendenportal „WirWunder“ hat das Kulturamt ein Projekt eingerichtet. Auch eine klassische Überweisung ist möglich.
Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt Erlangen stand lange Zeit nicht fest, ob das 46. Erlanger Poet*innenfest im August überhaupt stattfinden kann. Erst im Januar entschied der Stadtrat, dass die Einsparvorgabe an das Kulturamt um 80.000 Euro reduziert wird. Um die Gesamtkosten für das Festival von rund 200.000 Euro aufbringen zu können, sollen weitere Sponsoringmittel und Zuschüsse eingeworben werden. Außerdem meldeten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zu Wort und kündigten an, das Poet*innenfest mit einer Spende unterstützen zu wollen.
Das Fest als Auftakt des deutschen Bücherherbstes (Foto: Erich Malter)
Das Kulturamt der Stadt Erlangen hat dafür auf dem Spendenportal „WirWunder“ des Hauptsponsors des Poet*innenfests, der Stadt- und Kreisparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach, ein Projekt eingerichtet, das man unter www.wirwunder.de mit dem Suchbegriff „Poet*innenfest“ findet. Hier kann man bequem auf allen online gängigen Zahlungswegen einen Betrag einzahlen und erhält auf Wunsch eine Spendenquittung. WirWunder ist eine Kooperation mit der größten deutschen Spendenplattform „betterplace“, auf die man im Verlauf des Vorgangs auch weitergeleitet wird.
Wer lieber eine klassische Überweisung tätigen möchte, kann das an die IBAN DE79 7635 0000 0000 0000 31 tun (Sparkasse Erlangen, BIC BYLADEM1ERH). Dabei ist darauf zu achten, bei Verwendungszweck „Spende Poetenfest 2026“ einzutragen. Wer eine Spendenquittung zugesandt haben möchte, wird gebeten, im Bemerkungsfeld auch noch seine Postadresse einzugeben.
Das Poeten*innenfest
Es ist jedes Jahr der Auftakt zum deutschen Bücherherbst. Mit zahlreichen Einzelveranstaltungen rund um die aktuelle Literatur zählt das 1980 gegründete Erlanger Poet*innenfest zu den renommiertesten Literaturfestivals im deutschsprachigen Raum. Mehr Informationen gibt es online unter: www.poetenfest-erlangen.de
Pressemeldung des Kulturamtes vom 31. Juli 2026
Zuversicht in schwierigen Zeiten – vom 28. bis 30. August werden wieder über 80 Schriftsteller*innen, Publizist*innen und Wissenschaftler*innen in Erlangen zu Gast sein. Bei den langen Lesenachmittagen im Erlanger Schlossgarten stellen Helene Bukowski, Miriam Carbe, Elena Fischer, Anja Gmeinwieser, Lena Gorelik, Norbert Gstrein, Sabrina Janesch, Thilo Krause, Son Lewandowski, Ilija Matusko, Christoph Peters, Kerstin Preiwuß, Lena Schätte, Nea Schmidt, Nadine Schneider, Alexander Schnickmann, Thomas von Steinaecker, Karosh Taha, Kinga Toth und Dana Vowinckel ihre Neuerscheinungen vor. Die abendlichen Autor*innenporträts sind Lukas Bärfuss, Alex Capus und Gabriele von Arnim gewidmet. Gespräche und Diskussionen behandeln wie wir unsere Gegenwart wahrnehmen, die besondere Beziehung zur Mutter, den Sozialstaat und seine Reform, die US-Politik, Lebensmut trotz(t) Krise, weltweite autokratische Tendenzen, das Schreiben in Kriegszeiten, die Frage nach einer Regulierung von Social Media und den Zusammenhang von Wirtschaft und Krieg. Zum Programm zählen des Weiteren die Bayern 2 Live-Sendung „Die Zwei vor Ort“, Aufzeichnungen des Podcasts „Buchgefühl“ sowie das TikTok-Format „Literally“, ein Open Air Poetry Slam, die Buchkunstausstellung „Druck & Buch“, ein umfangreiches Filmprogramm und Veranstaltungen für Kinder und Familien. Rund 12.000 Besucher*innen werden wieder erwartet.
Das erste Autorenporträt des 46. Erlanger Poet*innenfests ist dem Schweizer Autor Lukas Bärfuss gewidmet, der mit Maike Albath über sein literarisches Werk spricht. Zuletzt erschien vom Georg-Büchner-Preisträger der autobiografische Essay „Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter“. (28.8., 20:30 Uhr) Der geborene Erzähler, einer der es liebt, sein Publikum zu unterhalten, ist der Schweizer Schriftsteller Alex Capus. Dies wird er im Gespräch mit Dirk Kruse unter Beweis stellen und seinen neuesten Roman „Querfeldein“ vorstellen. (29.8., 20:30 Uhr) Zum Abschluss des Poet*innenfests spricht Anne-Dore Krohn mit der Journalistin und Autorin Gabriele von Arnim. Als Essayistin und zärtliche Erzählerin gelangen ihr Bestseller wie „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ oder zuletzt „Abschied leben“. (30.8., 20:00 Uhr)
An den langen Lesenachmittagen im Schlossgarten (29.8. und 30.8.) werden im halbstündigen Rhythmus aus ihren Neuerscheinungen vortragen: Helene Bukowski, Miriam Carbe, Elena Fischer, Anja Gmeinwieser, Lena Gorelik, Norbert Gstrein, Sabrina Janesch, Thilo Krause, Son Lewandowski, Ilija Matusko, Christoph Peters, Kerstin Preiwuß, die Gewinnerin des Ingeborg-Bachmann-Preises Lena Schätte, Nea Schmidt, Nadine Schneider, Alexander Schnickmann, Thomas von Steinaecker, Karosh Taha, Kinga Toth und Dana Vowinckel. Für Kinder und Jugendliche lesen Falk Holzapfel, Massuda Kassem, Anne-Dore Krohn + Wiebke Nieland, Matthias Kröner, Una López-Caparrós Jungmann, Andrea Schomburg, Louisa Söllner und Efua Traoré. Bilderbuch-Lesewiese und Druckwerkstatt runden das Familienprogramm ab.
Bayern 2 bespielt am Samstag die Orangerie im Erlanger Schlossgarten: Niels Beintker und Judith Heitkamp präsentieren in der Live-Sendung „Die Zwei vor Ort“ die neuesten Bücher von Miriam Carbe, Ilija Matusko, Kerstin Preiwuß und Thomas von Steinaecker. Außerdem werden zwei Folgen des Podcasts „Buchgefühl“ aufgezeichnet, die zu einem späteren Zeitpunkt auf Bayern 2 gesendet und im gleichnamigen Podcast veröffentlicht werden – Judith Heitkamp spricht mit Karosh Taha und Niels Beintker mit Radka Denemarková. Beim neuen TikTok-Format „ARD Literally: Lesen mit …“ spricht Miriam Fendt mit Mithu Sanyal über Emily Brontës zeitlosen Klassiker „Wuthering Heights“ im kubic.
Florian Schroeder, Liya Yu und Mirjam Zadoff ergründen „wie wir unsere Gegenwart wahrnehmen“. Über „Mütter – eine besondere Beziehung“ tauschen sich Lena Gorelik, Marlen Hobrack und Sarah Trentzsch aus. Beim aktuellen Podium „Der Staat und die soziale Frage“ diskutieren Christoph Butterwegge, Ines Verspohl, Georg Cremer (angefragt) und ein*e Vertreter*in vom ifo Institut (angefragt) im Gespräch mit Korbinian Frenzel Überlegungen zu einem zeitgemäßen Sozialstaatsmodell. Jiffer Bourguignon und Aaron Wiener beleuchten die aktuelle Politik der USA und wie wir beherzte Zuversicht in schwierigen Zeiten finden, darüber sprechen Gabriele von Arnim und Mirjam Zadoff. Die traditionelle Sonntagsmatinee trägt den Titel „Autokratisierung überall“. Nana Brink rückt mit Klaus Brinkbäumer, Gabriele Riedle, Claudia Zilla und Natalie Amiri (angefragt) die weltweit zunehmende Autokratisierung in den Fokus. Salim Alafenisch, Atefeh Chaharmahaliyan und Tomer Gardi widmen sich mit Cornelia Zetzsche dem Schreiben in Zeiten von Krieg und Krise. Über die Gefahren von Social Media diskutieren junge Menschen mit Jakob Hein und Nina Kolleck. Wie Geld als Waffe eingesetzt wird, das besprechen Ulrike Herrmann und Mithu Sanyal.
Junge Stimmen der Literatur werden von den Autor*innen Sharon Dodua Otoo und Mithu Sanyal vorgestellt: Sie sind „Kompliz*innen“ von Jessica Mawuena Lawson und Aidin Halimi. Elena Fischer und Helene Bukowski lesen zusätzlich in Erlanger Senior*inneneinrichtungen, Lea Schmocker und Izabella Effenberg sind mit ihrer musikalischen Lesung zu Adelheid Duvanel im kubic zu Gast. Der Open Air Poetry Slam präsentiert im Garten des E-Werks einige der besten Literatur-Performer*innen und in Zusammenarbeit mit den Lamm-Lichtspielen wird eine Reihe von Literaturverfilmungen gezeigt. In einer Veranstaltung des Lesecafés der vhs Erlangen stellt Heike Specht ihren neuen Roman vor.
Das H5 im Röthelheimpark steuert in diesem Jahr eine Reihe eigener Veranstaltungen bei: Es präsentiert eine Lesung von Gunna Wendt sowie „Neue Texte & helle Klänge“ mit Nora Gomringer und Mitgliedern der Bamberger Symphoniker. Die Ausstellung „Heike Bogenberger – im Augenblick. Eine fotografische Begegnung mit den Menschen hinter den Geschichten“ ist ebenfalls im H5 zu sehen. Anlässlich der Ausstellung „Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers“ gewährt das Erlanger Stadtmuseum einen Einblick in das literarische Schaffen von Walter Moers: Der Verleger Wolfgang Ferchl kommentiert eine Lesung aus den Zamonien-Romanen und spricht mit der Kuratorin Christine Vogt, der Buchgestalter Oliver Schmitt erzählt vom Entstehungsprozess der Bücher als Gesamtkunstwerke und die Miniaturkünstlerin Katharina Raab baut ihre fantastischen Welten auf. „Quantastische Comics“ präsentiert der Aktions- und Schauraum des Comicmuseums e. V. und bibliophile Kostbarkeiten bietet die Ausstellung „Druck & Buch“. Le Millipede werden im Schlossgarten den Soundtrack zum Festival liefern.
Die Moderator*innen des 46. Erlanger Poet*innenfests sind Maike Albath, Niels Beintker, Nana Brink, Friederike Brinkmann, Miriam Fendt, Korbinian Frenzel, Judith Heitkamp, Anne-Dore Krohn, Dirk Kruse, Kathi Mock, Lara Sielmann, Beate Tröger und Cornelia Zetzsche.
Das Erlanger Poet*innenfests beginnt in diesem Jahr – wie 2025 – erst am Freitag. Aufgrund der Haushaltslage der Stadt Erlangen ist das Literaturfest in diesem Jahr weiterhin einen Tag kürzer. Trotzdem bleiben die meisten Veranstaltungen kostenfrei, um Spenden wird jedoch gebeten.
Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach ist im Jahr 2026 zum achten Mal Hauptsponsor des Erlanger Poet*innenfestes. Als marktführender Finanzdienstleister und wirtschaftlicher Impulsgeber nimmt sie in der Region eine wichtige Rolle ein. Als regionales Kreditinstitut trägt sie seit fast 200 Jahren auf vielfältige Weise Verantwortung für die Menschen, die in der Region leben. Die im Wettbewerb erwirtschafteten Erträge bilden die Grundlage für ihr gesellschaftliches Engagement. Dem Gemeinwohl verpflichtet, engagiert sie sich für das Erlanger Poet*innenfest, um kulturelle Angebote und den gesellschaftlichen Diskurs in der Region zu bereichern.
Medienpartner des 46. Erlanger Poet*innenfests: Erlanger Nachrichten und Bayern 2. Das 46. Erlanger Poet*innenfest wird aus Mitteln der Literaturförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst unterstützt.
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Erlanger Poet*innenfest
Jedes Jahr am letzten Augustwochenende feiert Erlangen den Auftakt zum deutschen Bücherherbst. Mit annähernd hundert Veranstaltungen rund um die aktuelle Literatur sind über 80 Schriftsteller*innen, Literaturkritiker*innen und Publizist*innen zu Gast.
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