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Verlängert: Spuren des Kolonialismus in Erlangen

Stand: 29.01.2026

Ausstellung im Stadtarchiv jetzt bis 12.2.2026.

Die Ausstellung wird bis 12. Februar im Lesesaal des Stadtarchivs zu besichtigen sein!

Kunstbrunnen auf dem Erlanger Marktplatz. Im Hintergrund einer von zeitweise 70 Kolonialwarenläden in Erlangen

Kolonialismus in Erlangen – eine Spurensuche

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs war Deutschland flächenmäßig die drittgrößte Kolonialmacht der Welt. Dennoch ist die Auseinandersetzung mit diesem Teil deutscher Geschichte erst in jüngerer Zeit stärker in den Blick geraten. Ausbeutung und Gewalt, Rassismus und Menschenverachtung prägten die Aktivitäten vieler deutscher Kolonialbeamter und Militärs. Die „Produkte“ der kolonialen Expansion, seien es sogenannte Kolonialwaren, „Völkerschauen“ oder schlicht rassistische Vorurteile und Ideen nationaler Selbstüberhöhung, fanden ihren Weg nach Deutschland. Die Ausstellung „Spuren des Kolonialismus in Erlangen“ nimmt vor dem Hintergrund des globalen historischen Geschehens besonders die kolonialen Bezüge auf der lokalen Ebene in den Blick und zeigt, wie die große Weltpolitik auch in die fränkische Provinz gelangte.

Vom 20. Oktober 2025 bis 31. Januar 2026 zeigt das Stadtarchiv Erlangen eine Wanderausstellung, die auf Initiative des Büros für Chancengleichheit und Vielfalt, Antidiskriminierung der Stadt Erlangen entstanden und speziell für Schulen konzipiert worden ist. Sie stellt einen ersten und unvollständigen Versuch dar, die kolonialen Bezüge Erlangens zu veranschaulichen. Die Ausstellungstexte und -bilder werden ergänzt um vielfältige Originalquellen aus den Beständen des Stadtarchivs. Mit dieser erweiterten Spurensuche soll deutlich gemacht werden, dass Kolonialismus kein fernes Projekt war, sondern alltäglicher Bestandteil des lokalen Lebens vor Ort.

Eröffnung am 18. Oktober 2025

Anlass für die Ausstellung bot das 10-jährige Jubiläum der Black History Week, die Dank der Initiative der langjährigen Stadträtin und Abgeordneten des EU-Parlaments Frau Dr. Pierrette Herzberger-Fofana 2015 ins Leben gerufen wurde. Damit war Erlangen eine von ganz wenigen Städten, die die UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung (2015–2024) mit einer eigenen Veranstaltungsreihe würdigten.

Am 18. Oktober 2025 wird Frau Dr. Herzberger-Fofana zur Eröffnung der Ausstellung über die zentralen Aspekte der UN-Dekade für Menschen afrikanischer Abstammung sprechen und besondere Momente der Black History Weeks in Erlangen hervorheben. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Lesesaal des Stadtarchiv Erlangen, Luitpoldstr. 47, der Eintritt ist frei.

Vielfältiges Begleitprogramm

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen im Stadtarchiv werden sich mit den Wirkungen von Kolonialismus bis heute befassen und zur Auseinandersetzung mit postkolonialem Handeln und Denken anregen.