Erlanger Stadtgeschichte

Stand: 10.01.2023

Ein Wolf aus Grimms Zeiten.

Dieses Tier wurde im 19. Jahrhundert als „letzter Erlanger Wolf “ bezeichnet, da Wölfe hier schon seit 1750 als ausgerottet galten. Revierförster Konrad Nützel erlegte ihn am 21. November 1809 im Klosterwald bei Frauenaurach. Frischer Schneefall hatte den Jäger auf die Spur des Tieres geführt. In den Monaten zuvor war es immer wieder zu Angriffen auf Schafherden bei Möhrendorf und Dechsendorf gekommen. Der Wolf wurde im Zoologischen Institut der Universität ausgestopft. Dabei erhielt er sein aggressives Aussehen mit gefletschten Zähnen und hängender (hölzerner) Zunge, das an den „bösen Wolf “ aus Grimms Märchen erinnert.

Von 1921 bis Anfang der 1980er Jahre war das Präparat im Heimat- bzw. Stadtmuseum Erlangen ausgestellt. Da der Wolf von unzähligen
Besucher*innen gestreichelt wurden, erlitt er beträchtlichen „Haarausfall“. Die letzten Jahrzehnte verbrachte das Tier im Museumsdepot.
Für die aktuelle Ausstellung „Intervention und Spurensuche“ hat die Künstlerin Regine von Chossy den Wolf wieder ins Stadtmuseum geholt und ihm einige ihrer Haarkunstwerke zur Seite gestellt. Heute, über 200 Jahre nach dem Auftreten des angeblich „letzten Erlanger Wolfs“, gibt es wieder Wölfe in Franken. Im März 2019 wurde ein Tier auf der Autobahn bei Möhrendorf überfahren.

Foto: Erich Malter

(Aus der Stadtzeitung "Rathausplatz 1" - Ausgabe Januar 2023)