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Mut zur Zusammenarbeit

Stand: 29.06.2026

Antrittsrede von Oberbürgermeister Jörg Volleth in der konstituierenden Sitzung des Stadtrats am 12. Mai 2026 im Großen Saal der Heinrich-Lades-Halle.

Oberbürgermeister Jörg Volleth im Anzug und mit Amtskette sitzt an einem Konferenztisch mit Mikrofon, Tablet und Getränkeflaschen.Oberbürgermeister Jörg Volleth während der Sitzung (Foto: Kurt Fuchs)

Zu seiner ersten Sitzung nach der Wahl kam der Stadtrat am 12. Mai in der Heinrich-Lades-Halle zusammen. Dabei hielt Oberbürgermeister Jörg Volleth seine Antrittsrede. Sie stand unter dem Titel "Mut zur Zusammenarbeit".  Die Rede zum Nachhören: Rede aus der konstituierenden Stadtratssitzung 2026 von Oberbürgermeister Jörg Volleth

Die Rede

- Es gilt das gesprochene Wort - 

„Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

verehrte Gäste,

ich freue mich sehr, Sie alle heute hier zur konstituierenden Sitzung unseres Stadtrates begrüßen zu dürfen. Es ist ein besonderer Moment – für unsere Stadt, für dieses Gremium und auch ganz persönlich für mich. Umso mehr erfüllt es mich mit Dankbarkeit, dass so viele von Ihnen der Einladung gefolgt sind.

Mein besonderer Gruß gilt heute meiner Familie. Ohne ihren Rückhalt, ihre Geduld und ihre unermüdliche Unterstützung in den vergangenen Monaten wäre dieser Weg so nicht möglich gewesen. Wahlkampf ist kein Projekt eines Einzelnen – er ist immer auch eine gemeinsame Anstrengung derjenigen, die im Hintergrund tragen, stärken und manchmal auch auffangen. Ebenso danke ich den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt für das Vertrauen, das sie mir entgegengebracht haben. Dieses Vertrauen ist mir Auftrag und Verpflichtung zugleich.

Ende April haben wir einige Mitglieder dieses Rates verabschiedet. Menschen, die unsere Stadt über Jahre hinweg geprägt, gestaltet und Verantwortung übernommen haben. Ihnen gilt unser Respekt und unser Dank für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Gleichzeitig sehe ich heute viele neue Gesichter in diesem Saal. Ihnen gratuliere ich herzlich zu Ihrer Wahl. Sie bringen frische Perspektiven, neue Ideen und Impulse mit – und genau das ist es, was eine lebendige kommunale Demokratie ausmacht. Heute beginnt eine neue Etappe: Erfahrene Kräfte und neue Stimmen kommen zusammen. Bewährtes Wissen trifft auf neue Sichtweisen. Wenn es uns gelingt, diese Vielfalt als Stärke zu begreifen, dann können wir gemeinsam viel für unsere Stadt erreichen.

Ich habe im Wahlkampf oft von Aufbruch gesprochen. Dieses Wort war kein bloßes Schlagwort, sondern Ausdruck einer Haltung – der Überzeugung, dass unsere Stadt bereit ist für neue Wege, für mutige Entscheidungen und für ein Miteinander, das über Gewohntes hinausgeht. Und ich glaube, wir können heute mit gutem Recht sagen: Dieser Aufbruch beginnt jetzt. Vielleicht sogar mehr noch – es bricht ein neues Kapitel für unsere Stadt an. Zum ersten Mal in unserer Stadtgeschichte tragen Die Grünen/Grüne Liste und die Christlich-Soziale Union gemeinsam Verantwortung. Das ist kein alltäglicher Schritt. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir bereit sind, Verantwortung neu zu denken und Brücken zu bauen, wo zuvor vielleicht eher Unterschiede betont wurden.

Die Wahl hat gezeigt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger genau das wünschen: ein Zusammenwirken von unterschiedlichen Perspektiven, ein „Schwarz-Grün“, das nicht im Gegensatz verharrt, sondern im Dialog Lösungen sucht. Diesen Auftrag nehmen wir ernst.  In intensiven und konstruktiven Gesprächen haben wir eine Kooperationsvereinbarung ausgearbeitet, die ein klares Ziel verfolgt, nämlich die Handlungsfähigkeit des Stadtrates und der Stadtverwaltung dauerhaft sicherzustellen. Gerade angesichts der angespannten Haushaltslage braucht unsere Stadt verlässliche politische Mehrheiten, um notwendige Entscheidungen zu treffen und langfristig Entwicklungen gestalten zu können.

Wir haben uns in den vergangenen Gesprächen bewusst dafür entschieden, wieder zwei weitere Bürgermeisterposten in der Kooperation vorzusehen. Diese Entscheidung ist kein Selbstzweck und keine Frage von Posten oder Titeln. Sie ist getragen von der Erfahrung, dass sich dieses Modell in der Vergangenheit in Erlangen bewährt hat: durch eine breite Verteilung von Verantwortung, durch mehr Präsenz in den unterschiedlichen Aufgabenfeldern unserer Stadt und durch schnellere Abstimmung im Alltag. Gleichzeitig wissen wir sehr genau, dass eine solche Entscheidung auch Verantwortung im Umgang mit öffentlichen Mitteln bedeutet. Deshalb war für uns von Anfang an klar: Wenn wir an dieser Stelle zusätzliche politische Verantwortung organisieren, dann müssen wir an anderer Stelle bewusst Maß halten und Einsparungen vornehmen. Diese Einsparungen werden insbesondere den eigenen Geschäftsbereich betreffen. Es wird daher Reduzierungen bei den Vorzimmerkräften sowie bei den persönlichen Mitarbeitern geben. Auf Dauer gesehen soll diese Konstellation auch dazu führen, dass es zukünftig nur noch sechs Referate geben wird.

Schwerpunkte unserer gemeinsamen Verantwortung sollen u.a. sein, die wirtschaftliche Stärke unserer Stadt gezielt zu fördern, sodass wir auch künftig in die Bereiche investieren können, die das Leben der Menschen unmittelbar verbessern. Ebenso wollen wir gemeinsam die Digitalisierung konsequent vorantreiben und Verfahren schneller, transparenter und serviceorientierter gestalten. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Zusammenarbeit wird eine effektive und nachhaltige Stadtentwicklung sein. Unsere Stadt soll wachsen, aber mit Augenmaß, Qualität und mit Blick auf die Bedürfnisse aller Generationen. Diese Kooperation ist somit keine Verbindung des kleinsten gemeinsamen Nenners. Sie ist der gemeinsame Wille, Verantwortung zu übernehmen, tragfähige Lösungen zu entwickeln und unsere Stadt verlässlich durch herausfordernde Zeiten zu führen.

Gleichzeitig ist mir eines besonders wichtig: Diese Kooperation versteht sich nicht als Abgrenzung, sondern als Einladung. Sie soll keine demokratischen Stimmen ausschließen – im Gegenteil. Unser Stadtrat lebt von der Vielfalt der Meinungen, von konstruktiver Kritik und vom gemeinsamen Ringen um die besten Ideen. Denn am Ende verbindet uns alle ein Ziel: Das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Die Menschen in Erlangen erwarten von uns zu Recht, dass wir im Stadtrat zum Wohle unserer Stadt zusammenarbeiten. Und diesem Auftrag wollen wir gerecht werden – respektvoll, offen und mit dem festen Willen, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Lassen Sie uns diesen neuen Weg deshalb nicht als Trennlinie begreifen, sondern als Brücke – zwischen Erfahrung und Erneuerung, zwischen unterschiedlichen politischen Ansätzen und vor allem zwischen uns allen, die wir heute hier Verantwortung übernehmen.

Doch so viel Aufbruch auch in diesem Moment liegt – wir dürfen die Realität nicht ausblenden. Wir erleben derzeit eine weltpolitische Lage, die vielerorts aus den Fugen zu geraten scheint. Krisen, Konflikte und tiefgreifende Veränderungen prägen die Nachrichten und wirken bis in unseren Alltag hinein. Diese Entwicklungen führen zu Verunsicherung und auch zu Belastungen. Die Menschen sehnen sich daher nach Zuversicht, Verlässlichkeit und positiven Entwicklungen. Unsere Gestaltungsfähigkeit ist durch die aktuelle Haushaltslage jedoch stark begrenzt. Es gehört daher zur Ehrlichkeit auch dazu, dass die kommende Amtsperiode uns allen viel abverlangen wird. Verantwortung zu tragen ist nicht immer bequem – und sie wird in den nächsten Jahren ganz sicher nicht immer Freude bereiten.

Unsere Stadt steht vor einer finanziellen Situation, die man nicht beschönigen kann. Die Haushaltslage ist angespannt, in Teilen sogar besorgniserregend. Die Spielräume, die wir uns vielleicht wünschen würden, sind schlicht nicht vorhanden. Vieles, was sinnvoll und wünschenswert erscheint, wird unter den gegebenen Umständen nicht sofort oder nicht im gewünschten Umfang umsetzbar sein. Gerade deshalb kommt es jetzt darauf an, die richtigen Entscheidungen zu treffen – mit Weitsicht, mit Augenmaß und mit dem klaren Ziel, unsere Handlungsfähigkeit zu sichern. Wir müssen Prioritäten setzen, sorgfältig abwägen und zugleich den Mut haben, auch unbequeme Wege zu gehen. Denn Stillstand ist keine Option. Es geht darum, unsere Stadt weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Strukturen zu erhalten, auf die sich die Bürgerinnen und Bürger verlassen.

In einer solchen Lage kann und darf sich niemand zurücklehnen. Es wird nicht funktionieren, Verantwortung auf andere zu verlagern oder abzuwarten, bis schwierige Entscheidungen getroffen sind. Dieses Mandat verlangt Einsatz – von jedem Einzelnen von uns. Es verlangt die Bereitschaft, sich einzubringen, Position zu beziehen und Verantwortung aktiv mitzutragen. Ich bin mir dabei auch meiner eigenen Verantwortung sehr bewusst. Als Oberbürgermeister werde ich alles daransetzen, tragfähige Lösungen zu entwickeln – auch, indem wir neue Wege gehen.

Ich bin überzeugt: Wenn wir diese Herausforderungen gemeinsam annehmen – mit Ernsthaftigkeit, mit Engagement und mit dem Willen zur Zusammenarbeit –, dann können wir auch unter schwierigen Bedingungen viel für unsere Stadt erreichen. Und erreichen müssen wir viel. Denn bei allen Zwängen, die uns die finanzielle Lage auferlegt, gibt es zentrale Aufgaben, die keinen Aufschub dulden.

Dazu gehört für mich auch ganz besonders die Schaffung von weiterem bezahlbaren Wohnraum. Der Bedarf ist da, und er ist spürbar. Für viele Menschen in unserer Stadt ist die Frage nach einer passenden und bezahlbaren Wohnung längst zu einer der drängendsten sozialen Fragen geworden. Umso herausfordernder ist die Situation, dass die klassischen Fördertöpfe derzeit weitgehend ausgeschöpft oder zumindest stark begrenzt sind. Die angespannte Haushaltslage – nicht nur bei uns vor Ort, sondern auch auf Bundes- und Landesebene – bedeutet, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass die notwendigen Impulse von außen kommen. Das heißt, dass wir selbst aktiv werden und eigene Lösungen entwickeln müssen, durch kluge Flächenpolitik, neue Partnerschaften und effizientere Verfahren.

Gleichzeitig dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren, was unsere Stadt im Innersten zusammenhält. Gute Bildung, verlässliche Betreuung und funktionierende Infrastruktur. Investitionen in diese Bereiche sind kein „nice to have“ – sie sind die Grundlage für die Zukunft unserer Stadt. Die Sanierung bestehender Einrichtungen, ihre moderne Ausstattung und, wo nötig, auch der Ausbau von Kapazitäten müssen daher weiterhin hohe Priorität haben. Auch das Gesicht unserer Stadt wird sich weiter verändern. Ein Bereich, der dabei besonders im Fokus steht, ist unsere Innenstadt. Sie ist das Herz unserer Stadt – und dieses Herz braucht neue Impulse. Es geht darum, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, neue Nutzungen zu ermöglichen und wieder mehr Leben in die Zentren zu bringen. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist dabei der Umgang mit Leerständen. Gerade bei Büroflächen sehen wir Veränderungen, die uns vor Herausforderungen stellen, aber auch Chancen eröffnen. Wo klassische Nutzungen wegfallen, können neue entstehen: Wohnraum, kreative Arbeitsorte, Räume für Dienstleistungen oder auch für gemeinschaftliche Nutzung. Erste Projekte zeigen bereits, dass dieser Wandel möglich ist – und sie machen Mut, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

All das wird uns nur gelingen, wenn wir strategisch vorgehen, Prioritäten setzen und die Kräfte bündeln. Es wird nicht alles gleichzeitig gehen. Aber wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, können wir die richtigen Weichen für die Zukunft unserer Stadt stellen.  Doch bei all diesen Themen sollten wir eines nicht vergessen: Unsere Stadt ist zugleich eine Stadt mit außergewöhnlichen Potenzialen. Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin und Innovation prägen ihren Charakter und ihre Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus. Doch diese Stärken sind kein Selbstläufer – sie wollen gepflegt, weiterentwickelt und klug begleitet werden.

Es wird daher eine zentrale Aufgabe dieses Stadtrates sein, genau diesen Bereichen die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Dazu gehört insbesondere auch, neue Gewerbeflächen zu schaffen und Entwicklungsspielräume zu eröffnen. Gleichzeitig dürfen wir dabei den gesamtstädtischen Blick nicht verlieren. Das bereits angestoßene Stadtentwicklungskonzept gibt uns hierfür einen wichtigen Rahmen, den es zu wahren und weiterzuentwickeln gilt. Wir bewegen uns dabei in einem Spannungsfeld: Einerseits wollen und müssen wir unsere städtebaulichen Qualitäten und gewachsenen Standards erhalten. Andererseits verlangt die Realität von uns, an manchen Stellen auch neue Wege zu gehen und uns von liebgewonnenen Erscheinungsbildern zu lösen. Der sogenannte Bau-Turbo, dessen Umsetzung aktuell angestoßen wird, ist Ausdruck dieser neuen Dynamik. Er bringt Veränderungen mit sich – aber er ist zugleich eine notwendige Antwort auf die Anforderungen unserer Zeit. Unsere Aufgabe wird es sein, diesen Weg verantwortungsvoll mitzugehen: offen für Neues, bereit zur Veränderung, aber zugleich mit dem nötigen Augenmaß. Es geht darum, die richtige Balance zu finden – zwischen Tempo und Qualität, zwischen Wachstum und Identität, zwischen Fortschritt und dem Bewahren dessen, was unsere Stadt ausmacht.

All das kann jedoch nur gelingen, wenn Politik und Verwaltung eng zusammenarbeiten. Keine noch so gute Idee, kein noch so eifriger Stadtrat kann seine Wirkung entfalten ohne eine leistungsfähige und engagierte Stadtverwaltung. Es sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung, die die Beschlüsse dieses Gremiums aufnehmen, fachlich prüfen, weiterentwickeln und in konkrete, umsetzbare Maßnahmen überführen. Sie sind es, die aus politischen Zielsetzungen tragfähige Konzepte machen, die rechtliche, finanzielle und organisatorische Rahmenbedingungen im Blick behalten und die dafür sorgen, dass aus Worten am Ende auch Taten werden. Diese Arbeit geschieht oft im Hintergrund, mit großer Sorgfalt, mit hoher Fachkompetenz und – das möchte ich ausdrücklich betonen – mit bemerkenswertem Engagement für unsere Stadt.  Mein besonderer Dank gilt dabei auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bürgermeister- und Presseamtes. Sie haben mich in den vergangenen Tagen intensiv begleitet, mich auf meine neuen Aufgaben vorbereitet und mir den Einstieg in dieses Amt erleichtert. Gleichzeitig haben sie mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass diese konstituierende Sitzung heute rechtzeitig und gut vorbereitet ist. Vielen Dank dafür! Mein Dank richtet sich jedoch ausdrücklich an alle Bereiche der Verwaltung – an diejenigen, die täglich im direkten Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern stehen, ebenso wie an jene, die im Hintergrund die Abläufe organisieren und sichern. Sie alle tragen dazu bei, dass unsere Stadt funktioniert.

Gerade vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage und der Vielzahl an Herausforderungen wird die Arbeit der Verwaltung nicht einfacher – im Gegenteil. Auch dort steigen die Anforderungen, auch dort müssen Prioritäten gesetzt und zusätzliche Aufgaben bewältigt werden. Umso wichtiger ist es, dass wir als Stadtrat diese Arbeit nicht nur einfordern, sondern auch wertschätzen und unterstützen. Ich möchte deshalb an uns alle appellieren: Lassen Sie uns einen respektvollen, konstruktiven und verlässlichen Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Stadt pflegen. Kritik gehört zur politischen Arbeit dazu – aber sie sollte stets sachlich, fair und lösungsorientiert sein. Wir tragen auch in diesem Bereich Verantwortung: für das Arbeitsklima, für die Motivation und letztlich auch für die Leistungsfähigkeit unserer Verwaltung. Wenn Politik und Verwaltung vertrauensvoll zusammenarbeiten, wenn wir uns gegenseitig ernst nehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten, dann schaffen wir die Grundlage dafür, dass wir die vor uns liegenden Aufgaben erfolgreich bewältigen können.

Lassen Sie mich zum Abschluss den Blick noch einmal weiten und noch einen Gedanken anfügen, der über all den konkreten Aufgaben steht, die wir heute besprochen haben. Wir tragen nicht nur Verantwortung für Projekte, Haushaltszahlen oder städtebauliche Entwicklungen. Wir tragen auch Verantwortung für das Miteinander in unserer Stadt – für den Ton, den wir ansetzen und für die Werte, die wir vertreten. Gerade in einer Zeit, in der Diskussionen oft schärfer geführt werden, in der Unterschiede stärker betont als Gemeinsamkeiten gesucht werden, kommt uns eine besondere Rolle zu. Wir müssen unsere demokratischen Grundwerte nicht nur vertreten, sondern aktiv schützen. Respekt, Fairness und die Bereitschaft zum Dialog sind keine Selbstverständlichkeiten – sie müssen jeden Tag neu gelebt werden. Ich möchte deshalb ganz klar sagen: Hass und Hetze haben in unserer Stadt keinen Platz. Ihnen werde ich entschieden entgegentreten – und ich erwarte das auch von den Mitgliedern dieses Stadtrates. Unterschiedliche Meinungen gehören zur Demokratie. Aber wie wir miteinander umgehen, ist eine Frage der Haltung. Wir alle kommen aus einem engagierten Wahlkampf. Es wurden Argumente ausgetauscht, Positionen geschärft, Unterschiede deutlich gemacht. Das gehört dazu. Aber ebenso wichtig ist es, danach wieder zusammenzufinden. Denn jetzt tragen wir gemeinsam Verantwortung – nicht für einzelne Gruppen, sondern für die gesamte Bürgerschaft.

Viele Themen der vergangenen Zeit haben polarisiert, haben Diskussionen zugespitzt und mitunter auch Gräben entstehen lassen. Umso wichtiger ist es jetzt, Brücken zu bauen. Zuhören, abwägen, miteinander sprechen – und am Ende Entscheidungen treffen, die dem Gemeinwohl dienen. Wenn es uns gelingt, diese Haltung mit Leben zu füllen, dann können wir nicht nur Projekte voranbringen, sondern auch dazu beitragen, unsere Stadt als Gemeinschaft zu stärken. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit Ihnen zu gehen – mit Ernsthaftigkeit, mit Respekt und mit dem festen Willen, unsere Stadt zusammenzuführen und weiterzuentwickeln. Denn Erlangen ist offen aus Tradition."

Video vom 13. Mai mit Oberbürgermeister Jörg Volleth:
 


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Jörg Volleth wurde am 22. März 2026 zum Erlanger Oberbürgermeister gewählt. Seine Amtszeit geht vom 1. Mai 2026 bis zum 30. April 2032. Die nächste Kommunalwahl ist 2032.

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