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ORTAK-Projekt: Gäste aus Beşiktaş in Erlangen

Stand: 15.05.2026

Katastrophenschutz-Austausch zwischen Partnerstädten fortgeführt.

Nach der erfolgreichen Durchführung des ersten ORTAK-Projektes zwischen den Partnerstädten Beşiktaş (Türkei) und Erlangen im Bereich Katastrophenschutz und beim Ausbau einer Suchhundestaffel (2024/2025) wurde für dieses Jahr eine Fortführung mit dem Schwerpunkt „Förderung der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen im Katastrophenschutz genehmigt. Dazu war Mitte April eine fünfköpfige Delegation von haupt- und ehrenamtlichen Katastrophenschützern bzw. Verantwortlichen aus der türkischen Metropole zu Gast in der Hugenottenstadt.

Unterschiede, aber auch zahlreiche Übereinstimmungen sichtbar

Für die Gäste gab es einen umfassenden Einblick in die haupt- und ehrenamtlichen Strukturen des Katastrophen- und Zivilschutzes in Erlangen und Deutschland. Besonderes Augenmerk galt der in Deutschland etablierten Kultur des Ehrenamtes und der Frage der Gewinnung und langfristigen Bindung von Ehrenamtlichen bei Freiwilliger Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk oder Rettungsdiensten.

Beim Austausch wurden Unterschiede, aber auch zahlreiche Übereinstimmungen sichtbar: Katastrophen- und Zivilschutz gewinnen in beiden Städten und Ländern an Bedeutung. Neben den gewachsenen Aufgaben wie z.B. durch Naturkatastrophen und Bevölkerungswachstum zeigen dies nicht zuletzt die Studiengänge im Bereich Katastrophenvorsorge und -management.

Beşiktaş entwickelt aktuell eine spezifische App

Vom städtischen Amt für Brand- und Katastrophenschutz erklärten Klaus Menzner und Michael Stöhr Details. Die Informations- und Kommunikationswege sind vergleichbar. In beiden Städten wird auf Sirenen bzw. Lautsprecherfahrzeuge, Radio und Fernseher, vor allem aber auch auf Warn-Apps gesetzt. Beşiktaş entwickelt aktuell eine spezifische App, die z.B. den nächsten sicheren Treffpunkt bei Erdbeben anzeigt.

Vor einem Einsatzfahrzeug des Technischen Hilfswerks (THW) sitzt und steht eine Gruppe von Einsatzkräften in Uniform zu einem Gruppenfoto.Foto: Stadt Erlangen/Städtepartnerschaften

Weitere Stationen der türkischen Gäste waren die Firma Lukas Hydraulik in Eltersdorf, international führender Spezialist für hydraulische Rettungsgeräte. Beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) wurden die verschiedenen Fachbereiche – Rettungsdienst, Berg- bzw. Wasserwacht – erklärt. Auch eine Rettungsübung an der Kletterwand gehörte dazu.

Auch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) gehörte zu den Programmpunkten: Der Ortsverband Erlangen zeigte am Main-Donau-Kanal eindrucksvoll seine Ausrüstung anhand verschiedener Einsatzbeispiele. Bei einem gemeinsamen Mittagessen hatten die Hilfskräfte die Gelegenheit, sich auszutauschen, voneinander zu lernen und wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.

Wesentlich schwierigere Bedingungen als in Deutschland

An vielen Stellen wurde ein zentraler Unterschied zwischen Deutschland und der Türkei sichtbar: Während hier die ehrenamtlichen Blaulicht-Behörden und -organisationen kommunal bzw. staatlich organisiert sind bzw. zum Teil ausgestattet werden, müssen türkische Hilfsorganisationen alles selbst finanzieren und organisieren. Die für die Partnerschaft zuständigen Mitarbeiter der Stadt Erlangen werden deshalb sondieren, ob und wie die türkischen Ehrenamtlichen unterstützt werden können.

Die Gäste waren sowohl von der hohen Professionalität, dem starken Engagement der Ehrenamtlichen und auch der technischen Ausstattung der deutschen Blaulicht-Behörden und -organisationen beeindruckt. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen arbeiten in der Türkei unter wesentlich schwierigeren Bedingungen als in Deutschland. Es gibt z.B. keine Freistellung von der Arbeit im Katastrophenfall.

Im Abschlussgespräch wurden erste Ideen für eine künftige Zusammenarbeit besprochen und auch, welche Impulse für die Arbeit mit nach Beşiktaş genommen werden.

Das Projekt findet im Rahmen der Deutsch-Türkische Initiative zur Förderung des kommunalen Fachdialogs ORTAK – das türkische Wort für Zusammen – statt. Es wird von Engagement Global und der Mercator Stiftung finanziell gefördert.

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