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Wärmepumpen: Langfristig günstiger als Gas

Stand: 16.03.2026

Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer in Erlangen stehen vor der Entscheidung, ihre alte Gasheizung zu erneuern oder auf eine Wärmepumpe umzusteigen. Ein Blick auf Kosten, Förderung und rechtliche Rahmenbedingungen zeigt: Wärmepumpen sind langfristig die wirtschaftlichere und zukunftssichere Lösung. Der folgende Abschnitt bezieht sich auf das zur Zeit noch gültige Gebäudeenergiegesetz (GEG). Sobald das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vollständig bekannt ist, wird der Absatz entsprechend angepasst. Auch wenn das GMG die Installation von fossilen Heizungen wieder vereinfacht, so ist weiterhin aufgrund der steigenden zukünftigen Kosten von ihnen abzuraten.

Gasheizungen: geringe Einstiegskosten, hohe Folgekosten

Der Einbau einer neuen Erdgasheizung kostet derzeit durchschnittlich rund 16.000 Euro. Dieser Betrag umfasst jedoch nur die Anschaffung. Die laufenden Kosten fallen über viele Jahre hinweg an und steigen kontinuierlich.

  • Gasverbrauch: Ein Einfamilienhaus mit etwa 100 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht im Durchschnitt rund 15.000 Kilowattstunden Erdgas pro Jahr. Bei einem Gaspreis von 10 Cent pro Kilowattstunde summieren sich die Brennstoffkosten über 20 Jahre auf mehr als 26.000 Euro (hier ist der Biogasanteil rausgerechnet). Da Erdgas fast vollständig importiert wird, sind diese Kosten stark von internationalen Märkten und Krisen abhängig.
  • Pflichtanteil erneuerbare Energie (EE):  Bei bis zum 30. Juni 2026 eingebauten Gasheizungen ist zudem ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien ab dem Jahr 2029 verpflichtend. Der Einstieg liegt bei 15 Prozent und steigt bis 2040 auf 60 Prozent an. Ab dem 1. Juli 2026 muss dieser Anteil sofort 65 Prozent betragen. Dies kann etwa über Hybridlösungen oder den Einsatz von Biogas erfolgen. Da Biogas derzeit deutlich teurer ist als Erdgas, entstehen über 20 Jahre zusätzliche Kosten von rund 13.500 Euro.
  • CO₂-Preis: Hinzu kommen CO₂-Kosten, die mit steigenden Preisen verbunden sind. Bei einem moderaten Anstieg ist für die kommenden 20 Jahre mit zusätzlichen Ausgaben von etwa 7.000 Euro zu rechnen.
  • Steigende Netzentgelte: Auch die Netzentgelte für Gas dürften weiter steigen, da sich die Kosten für die Gasnetze auf immer weniger Haushalte verteilen.

Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten einer Gasheizung über 20 Jahre auf mehr als 63.000 Euro. Gleichzeitig ist Erdgas keine langfristige Lösung mehr: Nach Gebäudeenergiegesetz und Klimaschutzgesetz ist der Einsatz fossiler Energieträger ab dem Jahr 2045 nicht mehr zulässig.

Wärmepumpen: höhere Investition, langfristig günstiger

Die Anschaffung einer Wärmepumpe liegt im Durchschnitt bei rund 40.000 Euro. Durch staatliche Förderung über das Programm 458 der KfW sinkt der Eigenanteil jedoch deutlich.

In der Regel werden 55 Prozent der Investitionskosten gefördert, maximal bis zu einer förderfähigen Summe von 30.000 Euro. Das entspricht einer Förderung von bis zu 16.500 Euro und einem Eigenanteil von etwa 23.500 Euro. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro können sogar eine Förderung von bis zu 70 Prozent erhalten.

Bei einem jährlichen Wärmebedarf von 15.000 Kilowattstunden, einer Jahresarbeitszahl von 3,5 und einem Wärmestrompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde entstehen über 20 Jahre Stromkosten von rund 26.000 Euro. Die Gesamtkosten einer Wärmepumpe liegen damit bei etwa 50.000 Euro und sind in diesem Beispiel rund 13.000 Euro niedriger als bei einer Gasheizung. Durch die Kombination mit einer Photovoltaikanlage lassen sich die laufenden Kosten weiter senken.

Wärmeversorgung in Erlangen: Blick auf Nah- und Fernwärme

Die kommunale Wärmeplanung wurde im Januar 2026 vom Stadtrat beschlossen. Der KWP zeigt auf, wie die Wärmeversorgung künftig klimafreundlich und wirtschaftlich gestaltet werden kann. Im Rahmen der Wärmeplanung wurden auch Gebiete identifiziert, in denen Nah- oder Fernwärme eine sinnvolle Alternative zur eigenen Heizung darstellt. Die Ergebnisse sind bereits veröffentlicht und unter www.klima-aufbruch.de/waermeplanung abrufbar.

Zusätzlich empfiehlt es sich, bei den Erlanger Stadtwerke nachzufragen, ob ein Anschluss an ein bestehendes oder geplantes Nah- oder Fernwärmenetz möglich ist. Kontakt: waermewende@estw.de

Energieberatung: Unterstützung bei der Entscheidung

Welche Heizlösung im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt vom Zustand des Gebäudes, den baulichen Voraussetzungen und den verfügbaren Fördermitteln ab. Eine individuelle Energieberatung bietet hierfür eine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Für einen ersten Einstieg stehen die städtische Energieberatung sowie das Energieberatungszentrum der Erlanger Stadtwerke zur Verfügung.

Weitere Informationen:
www.klima-aufbruch.de/energieberatung
E-Mail: energiefragen@stadt.erlangen.de
Telefon: (09131) 86-2935, -3410 oder -2323

Energieberatungszentrum der ESTW:
https://www.estw.de/ebz
E-Mail: ebz@estw.de
Telefon: (09131) 823-4424

Die Stadt Erlangen empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, sich frühzeitig zu informieren und die bestehenden Beratungs- und Förderangebote zu nutzen.


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