Kommunale Wärmeplanung in Erlangen
Stand: 29.06.2026
Die Kommunale Wärmeplanung gibt Ihnen eine Orientierung, welche Heizungsart für Sie in Frage kommt. Gern unterstützt die Wärmewendekoordination der Stadt Erlangen bei Fragen zur zukünftigen Wärmeversorgung.

Was ist der Kommunale Wärmeplan und warum ist er wichtig?
Momentan heizen wir in Erlangen noch zum Großteil mit Erdgas oder Öl. Außerdem gibt es bereits ein gut ausgebautes Fernwärmenetz.
Spätestens bis 2045 sind wir gesetzlich verpflichtet, für die Erzeugung von Wärme keine Treibhausgase mehr zu verursachen. Wir in Erlangen möchten mit dem Klima-Aufbruch als Vorbild vorangehen.
Angesichts steigender CO₂-Kosten und der Abhängigkeit von Energieimporten sind fossile Energieträger zudem langfristig keine wirtschaftlich attraktive Heizoption.
Seit Januar 2026 liegt nun der Kommunale Wärmeplan (KWP) vor. Er zeigt, wie eine fossilfreie Wärmeversorgung im Jahr 2040 aussehen kann. Der KWP ist nicht rechtlich bindend, aber ein wichtiges Planungsinstrument. Er analysiert den Gebäudebestand und die potenziellen Wärmequellen der Stadt und schlägt eine zukünftige Wärmeversorgung für jedes Gebiet der Stadt vor.
Was heißt das für Sie?
Spätestens ab Juli 2026 mit Vorliegen des KWP gelten neue gesetzliche Rahmenbedingungen laut dem Gebäudeenergiegesetz (GEG): Neue Heizungen müssen, mit wenigen Ausnahmen, mit 65% erneuerbaren Energien betrieben werden.
Eine Option ist ein Anschluss an ein Wärmenetz: Sie können auf der Webkarte nachschauen, ob Ihr Gebäude in einem bestehenden Wärmenetzgebiet liegt oder in einem sogenannten Eignungsgebiet für ein Wärmenetz. In solchen Eignungsgebieten könnten zukünftig Wärmenetze neu- oder ausgebaut werden. Ob so ein Netz tatsächlich wirtschaftlich und technisch machbar ist, wird in den nächsten Jahren von den Stadtwerken genauer geplant.
Außerhalb der Eignungsgebiete ist die Lage klar: Dort sind erneuerbare Alternativen wie zum Beispiel eine Wärmepumpe zu wählen.
Wo gibt es weitere Informationen und Unterstützung?
Die gesetzlichen Regelungen, die Inhalte des KWPs und die Fördermöglichkeiten sind nicht immer leicht zu verstehen. Daher möchten wir Sie bestmöglich unterstützen, gute und zukunftsfähige Entscheidungen rund um Ihre Gebäudeheizung zu treffen.
1. kostenfreies und individuelles Beratungsangebot rund um Ihr Gebäude: städtische Energieberatung oder Energieberatungszentrum der Stadtwerke
2. Fragen zu konkreten Wärmenetzen: Energieberatungszentrum der Stadtwerke oder per Mail an waermewende@estw.de
3. allgemeine Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung: Wärmewendekoordination unter waermewende@stadt.erlangen.de
4. Vorträge des Bürger*innendialogs im Februar 2026 zum Thema KWP
Weitere Informationen zu der Kommunalen Wärmeplanung
Im Kommunalen Wärmeplan sind sogenannte Eignungsgebiete ausgewiesen. Innerhalb dieser Gebiete ist der Neu- oder Ausbau von Wärmenetzen theoretisch möglich. Ob und wann ein tatsächlicher Anschluss erfolgt, wird in den kommenden Jahren im Rahmen konkreter Ausbauplanungen schrittweise entschieden. Wenn Sie bereits jetzt wissen möchten, ob für Ihr Gebäude ein Anschluss in Frage kommt, können Sie sich direkt an die Stadtwerke wenden unter waermewende@estw.de.
Außerhalb der Eignungsgebiete ist ein Anschluss an ein Wärmenetz nicht realistisch. Es muss perspektivisch auf eine eigene erneuerbare Heizungslösung wie Wärmepumpe umgestellt werden.
Die Kosten für Nah- und Fernwärme sind vom jeweilen Wärmenetz abhängig. Tarifinformationen zur Fernwärme erhalten Sie unter ESTW - Erlanger Stadtwerke AG - Wärme bzw. zum Netzanschluss unter ESTW - Erlanger Stadtwerke AG - Netzanschluss. Bei Neubau eines Wärmenetzes erhalten mögliche Anschlussnehmer*innen vorab Kosteninformationen.
Im Hinblick auf die anfängliche Investition ist der Anschluss an ein Wärmenetz in der Regel deutlich günstiger als die Installation einer neuen Heizung. Der Anschluss an ein Wärmenetz kann über die Heizungsförderung der KfW bezuschusst werden.
Der Unterschied zwischen Nah- und Fernwärme ist fließend. In Erlangen wird das Innenstadtgebiet zentral mit Fernwärme versorgt. Nahwärme sind kleinere unabhängige Netze in Quartieren mit einer eigenen zentralen Wärmeerzeugungsanlage. In beiden Fällen wird Wärme außerhalb des eigenen Gebäudes erzeugt und über ein Wärmenetz geliefert, wodurch die eigene Gebäudeheizung im Vergleich zu anderen Systemen deutlich platzsparender ausgeführt werden kann.
Der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz erfolgt in Erlangen freiwillig. Sie können sich auch für einen alternativen Wärmeerzeuger entscheiden.
Die Umstellung der Fernwärmeerzeugung auf erneuerbare Energien ist Teil des Fernwärme-Transformationsplans. Die zukünftige Wärmeversorgung setzt statt auf Erdgas vor allem auf Großwärmepumpen mit Nutzung von Abwärme oder Umweltwärme beispielsweise aus der Regnitz und eines Rechenzentrums. Für Spitzenlasten werde weitere erneuerbare Energieträger wie Wasserstoff und Direktstrom zum Einsatz kommen. Die Umstellung von Erdgas auf erneuerbare Wärmeerzeugung erfolgt Schritt für Schritt in den nächsten Jahren, in den nächsten Jahren, z.B. sollen bereits in 2030 mindestens 30 % der Wärme klimaneutral bereitgestellt werden.
Welche Art Heizung eingesetzt werden kann, regelt das Gebäudeenergiegesetz (GEG): Neue Heizungen, die bis Juni 2026 installiert werden, müssen ab 2029 zu 15%, ab 2035 zu 30% und ab 2040 zu 60% mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Neue Heizungen, die ab Juli 2026 im Stadtgebiet installiert werden, müssen im Normalfall mit 65% erneuerbaren Energien betrieben werden.
Dazu gibt es folgende Möglichkeiten: Innerhalb eines Eignungsgebietes kann der Anschluss an ein Wärmenetz möglich sein (siehe oben). Weiterhin stehen für Bestandsgebäude folgende Wärmeerzeuger zu Verfügung, die den Anteil an erneuerbaren Energien sicherstellen: Wärmepumpe, Biomasse (Hackschnitzel, Pellets, Scheitholz), Biogas kann nur bedingt empfohlen werden (siehe nächste Frage).
Wasserstoff ist zukünftig nur limitiert vorhanden und wird entsprechend teuer sein, daher ist er für die Beheizung von Wohngebäuden nicht geeignet. Biogas steht in Deutschland ebenfalls nicht in ausreichender Menge zur Verfügung und der Preis wird bei steigender Nachfrage stark ansteigen. Weitere Informationen hierzu gibt es bei der Verbraucherzentrale.
Auf Wasserstoff oder Biogas zur Gebäudebeheizung zu setzen, wird daher nicht empfohlen. Im besten Fall sollte der Einsatz einer Wärmepumpe oder der Anschluss an ein Wärmenetz geprüft werden.
Es gibt keinen Anschlusszwang für Wärmenetze. Das heißt, Sie können sich freiwillig für eine eigene, dezentrale Lösung entscheiden und beispielsweise eine Wärmepumpe einbauen.
Die Netzbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet den Anschluss von Wärmepumpen zuzulassen. Das Stromnetz wird durch die Stadtwerke kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Weiterhin haben die Netzbetreiber das Recht, in Einzelfällen größere Verbraucher zu drosseln. Mit Stromengpässen durch den zunehmenden Einsatz von elektrischen Verbrauchern wie Wärmepumpen oder E-Autos ist daher nicht zu rechnen.
Sie können für eine energetische Sanierung die Bundesförderung für effiziente Gebäude der KfW in Anspruch nehmen.
Bei Austausch des Wärmeerzeugers können bis zu 70% Zuschuss über die Heizungsförderung der KfW beantragt werden.
Sie haben Fragen zum Kommunalen Wärmeplan allgemein? Wenden Sie sich an waermewende@stadt.erlangen.de.
Sie haben konkrete energetische Fragen zu Ihrem individuellen Gebäude? Wenden Sie sich an die kostenfreie Energieberatung der Stadt oder das ebenfalls kostenfreie Energieberatungszentrum der Stadtwerke.
Sie möchten konkret wissen, ob an Ihrem Haus ein Anschluss an ein Wärmenetz möglich oder geplant ist? Wenden Sie sich an waermewende@estw.de.
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