Stadtgeschichte(n): Die Fahrradstadt Erlangen
Stand: 03.11.2026
Radfahren hat in Erlangen eine lange Tradition. Anfangs fanden sich die Anhänger der neuen Fortbewegungsmethode noch in Vereinen zusammen.
Der erste war der 1884 gegründete „Radfahrerverein“, später folgten sechs weitere. Der Stadtmagistrat reglementierte erstmals im September 1889 den noch spärlichen Fahrradverkehr – auf rund 17.200 Einwohner kamen damals nur 37 Hochradbesitzer. Fahrberechtigt waren nur Bürger, die im Besitz einer registrierten Fahrkarte waren. Das Angebot an Kursen zum Erlernen des Radfahrens stieg. Bald diente das neue Verkehrsmittel nicht mehr nur dem wohlhabenden Bürgertum zum geselligen Freizeitspaß, sondern war aufgrund von Massenproduktion auch für die Arbeiterschaft erschwinglich. In den 1950er Jahren verlor das Fahrrad an Attraktivität.
Mit dem „Wirtschaftswunder“ stieg die Zahl der privaten Kraftfahrzeuge sprunghaft an – das Auto hatte nun Vorrang in der kommunalen Verkehrsplanung. Ein in der Bevölkerung gestiegenes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein brachte dann in den 1970er Jahren die Kehrtwende. Heute darf Erlangen sich stolz mit dem Titel „fahrradfreundlichste Stadt“ (Kategorie ab 100.000 Einwohner) schmücken – eine Fahrkarte ist zur Nutzung ihres mittlerweile 180 km langen Radwegenetzes nicht mehr nötig.
Foto: Stadtarchiv - Radfahrkarte Mai 1915
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