For­schungs­projekt NS-"Eutha­nasie"

Stand: 30.11.2022

Erinnerung an die national­sozialistischen Krankenmorde in Erlangen 1939–1945.

Aufbauend auf den Grundlagen, die der Psychoanalytiker und Medizinhistoriker Hans-Ludwig Siemen und andere in den vergangenen 25 Jahren gelegt haben, widmet sich ein Forschungsprojekt erstmals umfassend dem Thema NS-"Euthanasie" in Erlangen.

Dank der wichtigen Vorarbeiten von Siemen ist bisher bekannt, dass in den Jahren 1940/1941 insgesamt 908 Erlanger Anstaltspatientinnen und Patienten im Rahmen der "Aktion T4" in die Tötungsanstalten Hartheim bei Linz und Pirna-Sonnenstein deportiert und dort vergast wurden. Unbekannt ist bislang, wie viele Patienten und Patientinnen der Erlangen Anstalt der bis Kriegsende andauernden systematischen Mangel­versorgung ("Hungerkost") zum Opfer fielen. Als sehr wahrscheinlich kann gelten, dass über 1.000 behinderte und psychisch kranke Menschen verhungerten bzw. an durch Hunger hervorgerufenen Mangelerkrankungen starben.

Foto Erich Malter: Die Heil- und Pflegeanstalt Schwabachanlage 10 im Winter 2020

Mehr Gedenken

Alte Postkarte: Luftbild der Heil- und Pflegeanstalt.
Gedenken gestalten, Gedenkort, NS-„Euthanasie“ , HuPflA

Lern- und Gedenkort für die Opfer der NS-"Euthanasie"

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden aus der Heil- und Pflegeanstalt 905 Patient*innen in den Tötungsanstalten Hartheim/Linz und Pirna-Sonnenstein ermordet. Darüber hinaus starben zwischen 1939 und 1945 etwa 1906 Patient*innen, davon mindestens 700 an "Hungerkost" und struktureller Vernachlässigung.

Stolpersteine mit weißen Rosen in Erlangen.
Holocaustgedenken, Stolpersteine

Holocaustgedenken und neue Stolpersteine

Nie wieder Krieg – nie wieder Faschismus: Weltweit wird am 27. Januar an den Tag der Befreiung von Auschwitz erinnert.

Kranzniederlegung .für Michael Poeschke zum 20. Todestag am 10. Mai 1979
Gedenken, Lewin- und Poeschke-Mord

Gedenken: Shlomo Lewin und Frida Poeschke

40 Jahre Lewin- und Poeschke-Mord: Am 19. Dezember 1980 wurden Frida Poeschke und Shlomo Lewin ermordet. Beide hatten sich viele Jahre für den Dialog zwischen Juden- und Christentum, für Toleranz und gegen Faschismus und Antisemitismus engagiert.