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Neue Gedenk-Stele Shlomo Lewin und Frida Poeschke

Stand: 20.03.2026

Die Stadt Erlangen hat am 13. März eine neue Gedenk-Stele zur Erinnerung an Shlomo Lewin und Frida Poeschke eingeweiht. Sie befindet sich am Pavillon an der Riviera/Ecke Ebrardstraße, gegenüber der Lewin-Poeschke-Anlage und damit in unmittelbarer Nähe des Tatorts des rechtsextremistischen Anschlags vom 19. Dezember 1980. An diesem Tag wurden beide ermordet.

Bei der Einweihung erinnerten Oberbürgermeister Florian Janik sowie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann an das Leben und das Engagement der beiden Erlanger Persönlichkeiten. Hier gibt es ein Video

„Shlomo Lewin und Frida Poeschke standen für Dialog, Toleranz und ein friedliches Zusammenleben der Religionen. Mit der neuen Stele halten wir die Erinnerung an ihr Wirken und an das Unrecht, das ihnen widerfahren ist, im Stadtbild sichtbar“, sagte Oberbürgermeister Florian Janik.

Engagement für Dialog und Verständigung

Shlomo Lewin wurde am 13. Mai 1911 in Jerusalem geboren. Der Rabbiner kehrte 1960 nach Deutschland zurück und engagierte sich in besonderer Weise für den Dialog zwischen Judentum und Christentum. Ab 1975 war er geschäftsführender Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Franken. Zudem setzte er sich für die Gründung einer jüdischen Gemeinde in Erlangen ein.

In Erlangen lernte Lewin seine spätere Lebensgefährtin Frida Poeschke kennen. Sie war die Witwe des ehemaligen Erlanger Oberbürgermeisters Michael Poeschke. Auch Frida Poeschke engagierte sich aktiv für den interreligiösen Dialog sowie gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.

Rechtsterroristischer Mordanschlag 1980

Am 19. Dezember 1980 wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in ihrem Haus in der Ebrardstraße erschossen. Als Täter des ersten antisemitischen Mordanschlags in Deutschland nach 1945 gilt ein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann (WSG). Die Tat ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Erinnerung als Auftrag für die Zukunft

Mit der neuen Gedenk-Stele will die Stadt Erlangen das Engagement und das Schicksal von Shlomo Lewin und Frida Poeschke dauerhaft sichtbar machen. Die Stele erinnert an ihr Wirken für Verständigung und Toleranz – und zugleich an das Unrecht, das ihnen widerfahren ist.

Damit setzt sie ein Zeichen gegen Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt und versteht sich als Mahnung und Auftrag für Gegenwart und Zukunft.

Die Gedenk-Stele wurde durch die Unterstützung der Herthie-Stiftung ermöglicht, die die Finanzierung des Projekts übernommen hat.

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