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ÖPNV muss finanziell konsolidiert werden

Stand: 31.07.2026

Ziel ist es, die notwendigen Einsparungen so umzusetzen, dass ein möglichst leistungsfähiges und attraktives ÖPNV-Angebot erhalten bleibt.

Die angespannte finanzielle Situation macht auch im Erlanger Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Einsparungen erforderlich. Die Kosten im ÖPNV sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dazu zählen unter anderem krisenbedingt erhöhte Treibstoffkosten, steigende Personalkosten sowie höhere Energiekosten. Gleichzeitig steigt das Defizit im ÖPNV weiter an, während der Kostendeckungsgrad sinkt.

ÖPNV traditionell defizitär

Der Erlanger ÖPNV wird im Rahmen des steuerlichen Querverbunds der Erlanger Stadtwerke AG finanziert. Einnahmen aus der Energiesparte werden dabei genutzt, um die Aufwendungen für den traditionell defizitären ÖPNV auszugleichen. Dieser finanzielle Ausgleich wird jedoch zunehmend schwieriger. Neben dem wachsenden Defizit im ÖPNV sind auch die Anforderungen und Belastungen der Energiesparte in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Spielraum des steuerlichen Querverbunds wird dadurch immer weiter eingeschränkt.

Bushaltestelle Henkestraße mit Bus, Radfahrerin und Passanten.Bushaltestelle Henkestraße (Foto: Pressestelle smü)

Auch die angespannte Haushaltslage der Stadt Erlangen begrenzt die Möglichkeiten, zusätzliche finanzielle Mittel für den ÖPNV bereitzustellen. Vor diesem Hintergrund sind Konsolidierungsmaßnahmen unumgänglich. Ziel ist es, die notwendigen Einsparungen so umzusetzen, dass ein möglichst leistungsfähiges und attraktives ÖPNV-Angebot erhalten bleibt.

Dabei stehen die notwendigen Einsparungen einer grundsätzlich positiven Entwicklung der Fahrgastzahlen gegenüber. Trotz vergangener Fahrplanreduzierungen sind die Fahrgastzahlen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Zwischen 2022 und 2025 nahm die Zahl der Fahrgäste um 51 Prozent zu. Das entspricht einem Zuwachs von rund 4,8 Millionen Fahrgästen. Neben dem Deutschlandticket haben auch Fahrplanoptimierungen der vergangenen Jahre zu dieser Entwicklung beigetragen. Ziel bleibt es deshalb, 

  • die erforderlichen Einsparungen gezielt vorzunehmen und 
  • die Auswirkungen auf die Erreichbarkeit und die Qualität des Angebots möglichst gering zu halten.

Die Einsparmaßnahmen

Der Stadtrat hat für den Fahrplanwechsel 2026/2027 folgende Einsparmaßnahmen aus einer seitens der ESTW Stadtverkehr GmbH und der Verwaltung vorgeschlagenen Liste an Maßnahmen beschlossen: 

  • Die Linie 299, bekannt als CityLinie, fährt zukünftig je Richtung im 30-Minuten-Takt und nicht mehr im 15-Minuten-Takt.
  • Außerdem werden die Fahrplanzeiten der Linie 298, bekannt auch als „WestLinie“ zwischen Frauenaurach und Büchenbach, von Montag bis Sonntag auf den Zeitraum ab 14:00 Uhr reduziert. 
  • Während der Bergkirchweih sollen Verstärkerfahrten entfallen, das „Berg“-Shuttle bleibt erhalten. 

Ein Midibus an einer Straßenkreuzung. Kostenlose City

In Summe sollen diese Angebotsreduzierungen ein jährliches Einsparvolumen von etwa 760.000 Euro erbringen. Darüber hinaus wurden ESTW und Verwaltung beauftragt, fünf ergänzende Maßnahmen für den nächsten Fahrplanwechsel 2027/2028 zu prüfen.

Beschlossene Maßnahmen weitgehend verträglich 

Oberbürgermeister Jörg Volleth: „In Zeiten steigender Fahrgastzahlen stehen Angebotsreduktionen eindeutig im Widerspruch zu den gemeinsamen Zielen der Stadt Erlangen, sie sind aufgrund der aktuellen Haushaltslage und der fehlenden finanziellen Unterstützung von Bund und Land für den Betrieb des ÖPNV aber leider unumgänglich. Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sind für das Angebot des ÖPNV in Erlangen aber weitgehend verträglich und gewährleisten weiterhin eine gute Erreichbarkeit des Universitätsklinikums im Stadtzentrum und der Stadtteile Steudach, Häusling und Kosbach."

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