Bozen (Italien)

Stand: 19.07.2022
Bozen liegt im Herzen von Südtirol und ist als „Tor zu den Dolomiten“ bekannt. Die Städtepartnerschaft besteht seit 2018.

Eine der berühmtesten Persönlichkeiten der Stadt Bozen ist Josef Mayr-Nusser. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht verweigerte er aus Glaubensgründen den Führereid, woraufhin er zum Tode verurteilt wurde. Der Widerstandskämpfer starb am 24. Februar 1945 in einem Viehwaggon auf dem Bahnhof in Erlangen auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau und wurde am 18. März 2017 durch den Gesandten von Papst Franziskus, Kardinal Angelo Amato, seliggesprochen. Josef-Mayr-Nusser stellt somit eine historische Verbindung der beiden Städte dar und steht für die Mahnung, Frieden und Demokratie zu bewahren

Die Städtepartnerschaft zwischen Bozen und Erlangen will sich, dem Beispiel Josef Mayr-Nussers folgend, gegen jegliche Verherrlichung und Anwendung von Macht einsetzen. Gerade in der gegenwärtigen politischen Lage hat sein vorbildhaftes Handeln eine große menschliche und politische Bedeutung.

Erlangen freut sich im Rahmen der neuen Städtepartnerschaft mit der Südtiroler Landeshauptstadt in den Bereichen Kultur, Sport, Jugend, Kirchen, Bildung, Integration, Inklusion, Wissenschaft und Vereinswesen mit Bozen zusammen zu arbeiten.

Bozen liegt im Herzen von Südtirol und ist als „Tor zu den Dolomiten“ bekannt. Mit ihren vielen historischen Plätzen, Geschäften und Boutiquen sowie bezaubernden Gassen beeindruckt die frühere Handelsstadt alljährlich ihre vielen Gäste aus aller Welt.

Darunter sind vor allem viele Weinkenner. Ein altes Sprichwort besagt, Venedig schwimme auf dem Wasser, Bozen auf dem Wein. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Bozen mit einer über 700 ha großen Rebfläche die drittgrößte Weinanbaugemeinde ist.

In Bozen werden hauptsächlich Italienisch und Deutsch gesprochen. Durch die Verschmelzung verschiedener Kulturen, trifft hier die mediterrane auf die tiroler Küche.

Besonders beachtenswert ist das Angebot der Museen in Bozen. Im Südtiroler Archäologiemuseum haben Besucher die Möglichkeit, die berühmte Gletschermumie Ötzi mit ihren Ausrüstungsgegenständen zu besichtigen. Im Merkantilmuseum können sich Interessierte über die Wirtschaftsgeschichte der Stadt informieren.

Im Herzen Südtirols findet man das Museion, das für moderne und zeitgenössische Kunst steht und als eine der wichtigsten Stätten für Gegenwartskunst gilt. In dem futuristisch anmutenden Gebäude werden 4.500 Werke sowie Sonderausstellungen von international bekannten Künstlern gezeigt.

Wirtschaft und Wissenschaft

1786 erreichte Johann Wolfgang von Goethe auf seiner Reise nach Italien die Handelsstadt, „wo alles von der Messe lebte“ und wo „eine sanfte milde Luft die Gegend füllt“.

Aufgrund seiner geografische Lage zwischen den beiden bedeutenden Zentren Venedig und Augsburg wurde Bozen zum Treffpunkt vieler Handelsleute. Gegen 1200 entstanden bereits die ersten Messen in Bozen.

Die Geschichte der heutigen Landeshauptstadt als Handels- und Messestadt prägt auch Bozens Gegenwart. Noch heute bringen zahlreiche Fachmessen Angebot und Nachfrage, Unternehmen und Konsumenten zusammen.

Die Schwerpunktthemen der Messen liegen in den Bereichen Tourismus und Gastronomie, (Winter-)Sport und Bergtechnologie, Landwirtschaft sowie nachhaltige Bauwirtschaft und Mobilität.

Das Land Südtirol unterstützt durch gezielte Maßnahmen die Bereiche Wissenschaft und Forschung. So erarbeiten beispielsweise Wirtschafts- und Naturwissenschaftler, Linguisten, Juristen und Mediziner in der Europäische Akademie Bozen (EURAC) Lösungen für die Probleme unserer Zeit.

Im Technologiepark sollen neben der Freien Universität Bozen auch öffentliche und private Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen Bereiche wie erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität oder die Life Science vorantreiben.

Auch die Fraunhofer Italia Research Konsortialgesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft, unterstützt vor allem kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich der angewandten Forschung.

Sehenswürdigkeiten

Die lange Geschichte der reichen Handelsstadt spiegeln vor allem die Lauben wieder. Die Laubengasse, in der sich zahlreiche elegante, traditionsreiche und modern ausgestattete Geschäfte aneinanderreihen, gilt denn auch als eine der meistbesuchten Straßen Bozens.

Nur rund 300 Meter von der malerischen Gasse entfernt, erhebt sich der markante, 65 m hohe Kirchturm des Doms Maria Himmelfahrt. Das im Jahre 1517 fertiggestellte Wahrzeichen Bozens ist vor allem für seine beeindruckende Mischung romanischer und gotischer Bauart aber auch für sein Schatzmuseum mit einer Sammlung sakraler Gegenstände aus dem Mittelalter und Barock bekannt.

Eine der Hauptattraktionen der Alpenstadt ist die berühmteste Gletschermumie der Welt - Ötzi, der Mann aus dem Eis. Das 13 kg schwere Exponat liegt in einer speziell entwickelten Kühlzelle und ist durch ein kleines Fenster für das Publikum sichtbar.

Neben Ötzis Beifunde, wie z. B. seine Ausrüstung, Bekleidung und Waffen, ist auch eine lebensnahe Rekonstruktion der Gletschermumie ausgestellt. Videoprojektionen zeigen die damalige Entdeckung durch ein Ehepaar aus Nürnberg und die Bergung Ötzis.

Für einen Stadtrundgang durch Bozen sollte man sich also Zeit nehmen.

Kultur

Die malerischen Gassen, historischen Plätze und Schlösser locken alljährlich unzählige Besucher nach Bozen.

Vor allem der Christkindlmarkt zieht eine Vielzahl von Touristen an, hier den Advent zu verbringen. Der größte Weihnachtsmarkt Italiens hüllt mit seinem romantischen Leuchten und flackernden Kerzen die Gassen der Südtiroler Landeshauptstadt für einen ganzen Monat in bezauberndes Licht.

Als Geburtsort vieler Sportler bietet Bozen eine Vielzahl an sportlichen Großveranstaltungen, darunter der Bozner Silvesterlauf oder die Ice Gala, eine Eis-Show, wo Olympiasieger, Welt- und Europameister in Eiskunstlauf und Eistanz sowie Eisakrobaten zu sehen sind.

Geschichte

Die „Stadt der tausend Dialekte“ wurde im Jahr 1170 durch die Bischöfe von Trient gegründet. Die Straßenmarksiedlung bestand zu diesem Zeitpunkt lediglich aus einer Straße (heutige Laubengasse) und einem Platz (heutiger Kornplatz). Aufgrund der guten Lage zwischen Venedig und Augsburg wurde der Ort zum bedeutendsten Handelszentrum in Tirol und erlangte 1437 das Stadtrecht.

Der Sieg Italiens über Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg hatte eine Besetzung und Annektierung Bozens durch Italien zur Folge.

Nach der Machterlangung der Faschisten in Italien wurden die Südtiroler vor die Wahl der Assimilierung oder des Exils gestellt.

Die darauffolgende Auswanderung der deutschen Muttersprachler und der Zuzug vieler Italiener brachte eine Verschiebung der Sprachverhältnisse mit sich. Italienisch wurde zur meistgesprochenen Sprach in Bozen, während im Umland Deutsch vorherrscht.

Nach dem Sturz Mussolinis folgte der Einmarsch der deutschen Wehrmacht und die Errichtung des KZ Durchgangslagers. Erst 1945 wurde Bozen befreit und 1972 zur Hauptstadt Südtirols erklärt.

Berühmte Persönlichkeiten

Josef Mayr-Nusser (1910-1945): Opfer des Nationalsozialismus, im Jahr 2017 als Märtyrer seliggesprochen

Maria Luise Thurmair (1912–2005): katholische Theologin und Schriftstellerin, dichtete einige Liedtexte für das Gotteslob

Christine Mayn (* 1. März 1962): Schauspielerin, die in mehreren Fernsehserien und Filmen mitgewirkt hat (z. B. Traumschiff, Rosamunde Pilcher, Die Rosenheim-Cops)

Roland Trettl (* 3. Juli 1971) Koch und Autor von Kochbüchern, in den Fernsehserien „The Taste“ und in „Kitchen Impossible“ zu sehen

Johann Nepomuk von Tschiderer (1777–1860): Fürstbischof von Trient, 1995 seliggesprochen

Heinrich von Bozen (1250–1315): Stadtpatron

Friedrich von Toggenburg (1866–1956): Landespräsident von Tirol, österreichischer Innenminister

Büro für Chancengleichheit und Vielfalt / Internationale Beziehungen

Anschrift

Rathausplatz 1
91052 Erlangen

Öffnungszeiten

Montag: 08:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr
Dienstag: 08:00 - 12:00 Uhr
Mittwoch: 08:00 - 12:00 Uhr
Donnerstag: 08:00 - 14:00 Uhr
Freitag: 08:00 - 12:00 Uhr