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Stadt stellt Gleichstellungsarbeit strategisch neu auf

Stand: 04.12.2025

Der Stadtrat hat am 27. November einstimmig beschlossen, der „Europäischen Charta für die Gleichstellung auf lokaler Ebene“ beizutreten.

Die Charta ist ein europaweit etabliertes Instrument zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit. Rund 2.000 Kommunen gehören dem Netzwerk bereits an. In Deutschland bekennen sich 69 Städte und Gemeinden zur Charta, in Bayern sind es neben Erlangen unter anderem München und Nürnberg.

Gewaltschutz im Mittelpunkt

Die vom Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) im Jahr 2006 entwickelte Charta verfolgt das Ziel, die tatsächliche Gleichberechtigung auf kommunaler und regionaler Ebene zu stärken. Sie enthält konkrete Handlungsaufträge für Kommunen für alle Aufgabenfelder, etwa die regelmäßige Erstellung und Überprüfung eines Gleichstellungsaktionsplans. Aufbauend auf der Charta soll die städtische Gleichstellungsarbeit künftig konsequent über themenspezifische Aktionspläne gesteuert werden. Jeder Plan setzt über zwei Jahre hinweg einen klaren Schwerpunkt und wird in einem breiten mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet. Der erste Aktionsplan wird das Thema Gewaltschutz in den Mittelpunkt stellen.

Vernetzung als Ziel

Kommunen sind oft erste Anlaufstelle für Betroffene, schaffen lokale Schutz- und Unterstützungsstrukturen und setzen Präventionsmaßnahmen um. Das Gesetz für ein verlässliches Hilfesystem bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt (Gewalthilfegesetz) verpflichtet die Länder, spätestens ab 2027 ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes Netz an Schutz- und Beratungsangeboten sicherzustellen. Auch in Erlangen gibt es seit vielen Jahren spezialisierte Beratungsstellen und starke Netzwerkstrukturen. Steigende Fallzahlen und zunehmender Unterstützungsbedarf stellen diese jedoch vor Herausforderungen. Der zu erarbeitende Aktionsplan bietet die Möglichkeit zur strategischen Weiterentwicklung, stärkeren Vernetzung und verbindlichen Verankerung kommunaler Maßnahmen.

Gleichstellungsarbeit stärken

Für Oberbürgermeister Florian Janik ist der Beitritt ein konsequenter Schritt: „Der Beschluss ist ein klares Signal. Wir wollen die Gleichstellungsarbeit in Erlangen stärken und weiterentwickeln. Das gilt gerade in einer Zeit, in der auch in Europa Kräfte erstarken, die Errungenschaften der Gleichstellung infrage stellen.“ Die beiden städtischen Gleichstellungsbeauftragten Réka Lőrincz und Nora Hahn-Hobeck betonen die Chancen des neuen Ansatzes: „Wir möchten die Gleichstellungsarbeit in Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft stärker zusammen denken und – wo sinnvoll – zusammenführen. In Erlangen können wir dabei auf starke und kompetente Netzwerke bauen. Und wir wissen: Der Austausch zwischen Politik, Zivilgesellschaft, Bürgerinnen und Bürger und Verwaltung schafft tragfähige Lösungen.“

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Foto: Canva

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Gleichstellung & Geschlechtergerechtigkeit

Die Gleichstellungsstelle unterstützt alle Einwohner*innen Erlangens und die Beschäftigten der Stadtverwaltung Erlangen. Wir wollen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens das Grundrecht auf Geschlechtergerechtigkeit verwirklichen und sehen dies als Querschnittsaufgabe an.

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