Assistierte Ausbildung; Beantragung

Sie und Ihr Ausbildungsbetrieb können Unterstützung erhalten, damit Sie Ihre Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung erfolgreich aufnehmen beziehungsweise abschließen können. 

Informationen

Die Assistierte Ausbildung kann Sie auf dem Weg bei der Suche und Aufnahme einer passenden Ausbildungsstelle bis hin zum erfolgreichen Abschluss Ihrer betrieblichen Berufsausbildung begleiten. 

Die Assistierte Ausbildung unterstützt Sie, wenn zum Beispiel schlechte Noten oder Probleme im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule oder im Elternhaus die Aufnahme Ihrer beziehungsweise den Erfolg Ihrer Ausbildung gefährden. 

Auch beim Absolvieren einer Einstiegsqualifizierung können Sie über die Assistierte Ausbildung Unterstützung erhalten.

Ein Bildungsträger mit erfahrenen Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und -pädagogen und einer Ausbildungsbegleiterin oder einem Ausbildungsbegleiter entwickelt mit Ihnen einen individuellen Förderplan. 

Sie können die Unterstützung je nach dem individuellen Bedarf für einen begrenzten Zeitraum, aber auch während der gesamten Ausbildung/Einstiegsqualifizierung erhalten.

Im gesamten Zeitraum der Teilnahme steht Ihnen eine Ausbildungsbegleiterin oder ein Ausbildungsbegleiter als feste Ansprechperson zur Verfügung.

Wenn Sie Ihre betriebliche Berufsausbildung oder Einstiegsqualifizierung in Teilzeit durchführen, können Sie in der begleitenden Phase der Assistierten Ausbildung gleichermaßen gefördert werden. 

Auch als junger Mensch mit Behinderungen können Sie an der Assistierten Ausbildung teilnehmen, wenn Ihr individueller Förderbedarf damit abgedeckt werden kann und die Teilhabe am Arbeitsleben erreicht wird.

Auch Ihr Ausbildungsbetrieb kann im Rahmen der Assistierten Ausbildung unterstützt werden, um Ihre Ausbildung beziehungsweise Ihre Einstiegsqualifizierung zum Erfolg zu führen. 

Die Assistierte Ausbildung gliedert sich in 2 Phasen.

Vorphase (optional)

Diese Phase unterstützt Sie bei der Suche und Aufnahme nach einer betrieblichen Ausbildungsstelle. Inhalte können zum Beispiel sein:

  • Praktika,
  • wenn erforderlich auch Berufsorientierung,
  • Bewerbungstraining,
  • Stärkung der Motivation oder
  • in begrenztem Umfang der Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten.

Ihre Teilnahme findet in Vollzeit (39 Unterrichtsstunden pro Woche) statt und dauert grundsätzlich 6 Monate. Konnten Sie in dieser Zeit keine betriebliche Ausbildungsstelle finden, kann Ihre Teilnahme um weitere 2 Monate verlängert werden. 

Haben Sie zum Ende der gegebenenfalls verlängerten Vorphase keinen Ausbildungsplatz gefunden, endet auch Ihre Betreuung in der Assistierten Ausbildung. 

Haben Sie einen betrieblichen Ausbildungsvertrag oder Vertrag über die Durchführung einer Einstiegsqualifizierung unterzeichnet, können Sie bei weiterem Unterstützungsbedarf jederzeit an der begleitenden Phase der Assistierten Ausbildung teilnehmen.

Während der Teilnahme an der Vorphase können Sie Berufsausbildungsbeihilfe erhalten.

Als Ausbildungsbetrieb können Sie in der Vorphase Ihre künftige Auszubildende/ Ihren künftigen Auszubildenden, zum Beispiel durch ein Praktikum kennenlernen und darüber hinaus weitere Unterstützung vom Bildungsträger erhalten. Diese kann zum Beispiel sein: 

  • Informationen an und Unterstützung der Ausbilderinnen und  Ausbilder im Betrieb zur Vorbereitung der Ausbildung 
  • Unterstützung bei der Vorbereitung schriftlicher Antragsunterlagen im Rahmen einer Beantragung von Fördermitteln durch den Ausbildungsbetrieb.

Begleitende Phase

In der begleitenden Phase können Sie unterstützt werden: 

  • durch Hilfen beim Abbau von Sprach- und Lernschwierigkeiten 
  • bei der Förderung fachtheoretischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten 
  • mit Maßnahmen, die Ihnen helfen, die Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung erfolgreich zu beenden und nicht abzubrechen und 
  • bei der Vorbereitung für den Übergang in eine versicherungspflichtige Arbeitsstelle, sobald Sie die Ausbildung abgeschlossen haben sowie
  • bei der Stabilisierung beziehungsweise Suche eines Beschäftigungsverhältnisses nach erfolgreich absolvierter Ausbildung. 

Ihre Unterstützung wird mit dem Ausbildungsbetrieb abgestimmt und geht über die Vermittlung betriebs- und ausbildungsüblicher Inhalte hinaus. Sie erhalten dadurch genau die Unterstützung, die konkret zu Ihren Bedürfnissen und dem Bedarf Ihres Ausbildungsbetriebes passt. 

Die Anzahl der Stunden pro Woche für das Austausch- und Lehrangebot werden individuell auf Ihre Bedarfe abgestimmt. Diese finden grundsätzlich außerhalb der betrieblichen Ausbildungszeit statt.

Die Dauer Ihrer Unterstützung orientiert sich an Ihrem individuellen Bedarf. Dies kann für die gesamte Dauer Ihrer Ausbildung beziehungsweise Ihrer Einstiegsqualifizierung der Fall sein, oder nur zeitweise, beispielsweise zur Vorbereitung auf die Zwischen- oder Abschlussprüfung. 

Die bisherigen Angebote der ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) wie

  • Nachhilfe für den Unterricht an der Berufsschule,
  • Nachhilfe im Sprachunterricht,
  • Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen,
  • Vermittelnde Gespräche zwischen Ausbilderinnen/ Ausbildern, Lehrkräften und/oder Eltern,
  • Sozialpädagogische Begleitung oder
  • Unterstützung bei persönlichen Problemen, die Auswirkungen auf die Ausbildung/ Einstiegsqualifizierung haben/haben, 

stehen weiterhin, nun im Rahmen der Assistierten Ausbildung, zur Verfügung. 

Die Assistierte Ausbildung kann für maximal 6 Monate ruhen, wenn Sie zeitweise keinen Unterstützungsbedarf haben. Wenn nach Ablauf der 6 Monate keine weitere Unterstützung notwendig ist, wird die Assistierte Ausbildung beendet.

Auch eine Nachbetreuung nach Abschluss Ihrer Ausbildung ist bei Bedarf noch bis zu 6 Monaten möglich, wenn Sie einen Arbeitsplatz gefunden haben. Wenn es mit der Aufnahme einer Arbeitsstelle nicht geklappt hat, kann die Assistierte Ausbildung noch bis zu 1 Jahr nach Ende der Berufsausbildung bei der Suche nach einer Arbeitsstelle unterstützen.

Falls Ihnen im Rahmen der Assistierten Ausbildung Fahrkosten entstehen, müssen Sie diese selbst bezahlen. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter erstattet diese Kosten nicht.

Als Ausbildungsbetrieb erhalten Sie während der begleitenden Phase

  • die erforderlichen Hilfestellungen bei der Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung/ Einstiegsqualifizierung des/der unterstützten Auszubildenden/Teilnehmenden an einer Einstiegsqualifizierung sowie
  • die Begleitung im Betriebsalltag zur Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses/der Einstiegsqualifizierung. 

Regelmäßige Gespräche mit Ihren Azubis/Teilnehmenden an einer Einstiegsqualifizierung und anderen Beteiligten in Ihrem Betrieb helfen, frühzeitig mögliche Schwierigkeiten zu erkennen und Lösungen zu entwickeln.

Hierzu geben Sie gegenüber dem Bildungsträger eine schriftliche Erklärung darüber ab, dass Sie Ihren Auszubildenden oder Ihren Teilnehmenden einer Einstiegsqualifizierung ermöglichen, an den individuellen Unterstützungsleistungen im Rahmen der Assistierten Ausbildung teilzunehmen.

Stand: 22.06.2022
Redaktionell verantwortlich: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (siehe BayernPortal)

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Amtsleitung: Gerd Worm

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