Netzausbau in Kosbach: Klimafreundliche Wärme und Glasfaser
Stand: 03.11.2025
Im Ortsteil Kosbach entsteht derzeit in enger Zusammenarbeit zwischen dem Landwirt und Unternehmer Martin Dengler und den Erlanger Stadtwerken ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt.
Klimafreundliche Nahwärme
Dengler baut sein bestehendes, mit Biogas betriebenes Wärmenetz deutlich aus. Statt bislang 15 Gebäude sollen künftig rund 115 Häuser mit klimafreundlicher Nahwärme versorgt werden – insbesondere ältere Bestandsgebäude, die bisher überwiegend mit Öl-Zentralheizungen betrieben werden. Damit leistet das Projekt, das bis Ende 2026 fertiggestellt sein soll, einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Erlangen.
Wirtschaftliche und nahezu CO₂-neutrale Lösung
Das neue Wärmenetz wird mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 80 °C betrieben. So können auch Gebäude mit älteren Heizsystemen zuverlässig angeschlossen werden. Die Wärme wird teils aus der Verbrennung regionaler Holzhackschnitzel gewonnen. Knapp die Hälfte stammt jedoch aus der Abwärme einer bestehenden Biogasanlage. Das ist eine wirtschaftliche und nahezu CO₂-neutrale Lösung. Durch das Projekt können jährlich rund 2,3 Millionen Kilowattstunden Primärenergie und etwa 290 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die neue Trasse wird rund 4,5 Kilometer lang sein, die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp fünf Millionen Euro netto. Möglich wird die Umsetzung dank staatlicher Fördermittel aus der „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“.
Möglichst geringe Belastung für Menschen vor Ort
Die Erlanger Stadtwerke (ESTW) nutzen die notwendigen Aufgrabungen zur Verbesserung des eigenen Versorgungsnetzes. Im Ortsteil Kosbach müssen nämlich ohnehin Teilbereiche des Trinkwassernetzes erneuert werden. Im Zuge der Arbeiten werden aber nicht nur neue Wasserleitungen, sondern auch gleich Glasfaserkabel verlegt. So entsteht ein modernes Versorgungsnetz für Wärme, Wasser und Internet – effizient, gebündelt und mit möglichst geringer Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner.
Investitionsvolumen rund 3,8 Millionen Euro brutto
Für Nahwärmekunden, die sich im Zuge der aktuellen Verlegung für einen Glasfaseranschluss entscheiden, erfolgt dieser sogar ohne zusätzliche Kosten. Aber auch Haushalte ohne Nahwärmeanschluss können sich an das Glasfasernetz anschließen. Bereits mehr als 150 Kosbacherinnen und Kosbacher haben ihr Interesse bekundet – Tendenz steigend. Insgesamt verlegen die ESTW
- knapp drei Kilometer neue Trinkwasserleitungen
- über vier Kilometer Glasfasertrassen sowie
- rund 500 Meter Stromleitungen.
Das Investitionsvolumen liegt bei rund 3,8 Millionen Euro brutto. Durch die gemeinsame Verlegung mehrerer Sparten können die ESTW rund 800.000 Euro einsparen.
Beispielhaft für die Ziele der kommunalen Wärmeplanung in Erlangen
Erlangen verfügt derzeit über einen Glasfaser-Ausbaustand von rund 49 Prozent – deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 36 Prozent. Damit zählt die Stadt zu den am weitesten ausgebauten Kommunen in der Region. Der weitere Ausbau des Glasfasernetzes bleibt jedoch ein wichtiges Ziel, insbesondere in den Ortsteilen. Kosbach zeigt beispielhaft, wie sich der Glasfaserausbau durch die Nutzung von Synergien mit anderen Infrastrukturprojekten wirtschaftlich und zukunftsorientiert realisieren lässt.
Das Projekt in Kosbach steht aber auch beispielhaft für die Ziele der kommunalen Wärmeplanung in Erlangen. Die Stadt hat als eine der ersten in Bayern einen Energienutzungsplan (ENP) mit Schwerpunkt Wärme erarbeitet. Der Plan zeigt auf,
- wie die Wärmeversorgung der Zukunft fossilfrei gestaltet werden kann und
- dient als strategische Grundlage für Stadtverwaltung, Energieversorger und Wohnungsbaugesellschaften.
Insbesondere in den Ortsteilen ergeben sich Potenziale, klimafreundliche Nahwärmenetze zu schaffen. „Das Projekt ist aus dem Dorf heraus entstanden. Immer mehr Menschen sind auf mich zugekommen und haben Interesse gezeigt. So konnten wir ein Projekt auf die Beine stellen, mit dem wir wirklich jedem Haushalt in Kosbach den Anschluss an das Nahwärmenetz anbieten können“, freut sich Martin Dengler.
Deutliches Zeichen für den Umbau der Wärmeversorgung
„Mit Projekten wie in Kosbach setzt Erlangen ein deutliches Zeichen für den Umbau der Wärmeversorgung und moderne Infrastruktur – klimafreundlich, innovativ und gemeinschaftlich gedacht. Und es kann den Durchbruch für Glasfaser dort bringen, wo die Verlegung bisher nicht wirtschaftlich war“, erklärt Oberbürgermeister Florian Janik.
Projekt Blaupause und Vorbild für andere Ortsteile
Und Frank Oneseit, Vorstandsvorsitzender der Erlanger Stadtwerke sagt: „In Kosbach entsteht ein Modell, von dem alle Beteiligten profitieren. Die Verlegung der Leitungen ist kostensparender, und weil alles auf einmal gemacht wird, kommt es auch zu weniger Beeinträchtigungen für die Anwohnerinnen und Anwohner. Das Projekt ist eine Blaupause und ein Vorbild für andere Ortsteile.“
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