Studie Innenstadtmobilität und -attraktivität
Stand: 20.03.2026
Eine Onlineumfrage soll Auskunft geben über die Nutzung der Innenstadt. Themen waren die Mobilität und das Einkaufen. Die Studie liefert wichtige Hinweise für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt.
Erste Ergebnisse einer neuen Studie zur „Innenstadtmobilität und -attraktivität“ in Erlangen liegen vor. Die Untersuchung wurde von der städtischen Statistikstelle in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern) sowie dem Institut für Soziologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. Ziel der Studie war es, ein umfassendes Bild davon zu gewinnen, wie die Erlangerinnen und Erlanger ihre Innenstadt erreichen, welche Verkehrsmittel sie nutzen und wie sie Aufenthaltsqualität, Konsumangebote und die Parksituation bewerten.
Die Studie basiert auf drei Onlinebefragungen. In einer repräsentativen Befragung mit Zufallsstichprobe wurden 4.000 Erlangerinnen und Erlanger angeschrieben (wann?). Insgesamt nahmen 1.437 Personen teil, was einer Rücklaufquote von 36,8 Prozent entspricht. Ergänzend wurde von November 2025 bis Januar 2026 eine offene Onlinebefragung durchgeführt, an der sich 2.986 Personen beteiligten, darunter 1.812 aus Erlangen. Zusätzlich wurden im Februar bis März 2026 insgesamt 101 innenstädtische Gewerbebetriebe online befragt.
Erreichbarkeit der Innenstadt zu Fuß und mit Fahrrad positiv
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die große Bedeutung des Fahrrads für Wege in die Innenstadt. Über alle Altersgruppen hinweg ist es das meistgenutzte Verkehrsmittel. Die berichteten Gründe für die Nutzung des Fahrrads sind neben dem Zeitaufwand vor allem Flexibilität, Kosten sowie Umwelt- und Gesundheitsaspekte. Auch die Erreichbarkeit der Innenstadt zu Fuß und mit dem Fahrrad wird von den Befragten überwiegend positiv eingeschätzt, während die Erreichbarkeit mit dem Auto häufiger kritisch bewertet wird. Der Zeitaufwand ist insgesamt der wichtigste Faktor bei der Wahl des Verkehrsmittels. Gleichzeitig zeigt sich, dass Autofahrende im Durchschnitt etwas mehr Geld bei ihren Innenstadtbesuchen ausgeben als Radfahrende, jedoch auch im Schnitt etwas älter sind.
Bei der Frage nach Verbesserungswünschen für die Mobilität in Erlangen nennen die Befragten vor allem günstigere Preise für den öffentlichen Nahverkehr, den weiteren Ausbau des Radwegenetzes und das Schließen bestehender Lücken sowie sichere, vom Autoverkehr getrennte Fahrradwege. Der Wunsch nach zusätzlichen Parkplätzen spielt hingegen eine deutlich geringere Rolle.
Nürnberger Straße (Foto: Pressestelle rh)
Einkaufen und Verweilen je Alter unterschiedlich bewertet
Die Innenstadt wird vor allem als Einkaufs- und Alltagsort genutzt. Zu den wichtigsten Gründen für einen Besuch zählen Einkaufsmöglichkeiten für Kleidung, Lebensmittel oder Drogerieartikel, Wege zu Arbeit, Schule oder Universität sowie Gastronomiebesuche. Das gastronomische Angebot wird von allen Altersgruppen überwiegend positiv bewertet, besonders von Menschen unter 30 Jahren. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sowie die Gestaltung des öffentlichen Raums mit Plätzen, Grünflächen und Sitzgelegenheiten werden von jüngeren Befragten häufiger als attraktiv bewertet als von älteren. Ein wichtiger Beweggrund für den Einkauf in der Innenstadt ist zudem die Unterstützung lokaler, inhabergeführter Geschäfte. Gegenüber dem Onlinehandel sehen viele Befragte Vorteile vor allem im direkten Erleben der Produkte, etwa durch Anprobieren oder persönliche Beratung.
Leerstände nutzen
Unterschiedliche Perspektiven zeigen sich bei der Frage nach einer gewünschten Nutzung von Leerständen in der Innenstadt. Bürgerinnen und Bürger wünschen sich hier vor allem eine Umwandlung in Wohnraum, Begegnungsorte ohne Konsumzwang oder kostenlose Bewegungsangebote sowie Bildungsangebote wie Kurse oder Workshops. Gewerbetreibende sprechen sich hingegen häufiger für eine Nutzung durch Einzelhandel oder Gastronomie aus, teilweise auch in Form von Pop-up-Stores oder kulturellen Angeboten.
Auch bei der Organisation des Parkens ergibt sich ein differenziertes Bild. Die Einrichtung von Lieferzonen für sicheres Be- und Entladen stößt auf eine breite Zustimmung, sowohl bei Bürgerinnen und Bürger als auch bei den Gewerbetreibenden. Ebenso wird die gemeinsame Nutzung von Stellplätzen durch Bewohnerinnen und Bewohner mit Parkausweis sowie Besucherinnen und Besucher mit Parkschein von vielen Befragten positiv bewertet. Kritischer wird dagegen die Verkürzung der maximalen gebührenpflichtigen Parkdauer von derzeit drei auf zwei Stunden gesehen, die während des Pilotprojekts am Bohlenplatz gilt.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse: Die Erlanger Innenstadt wird intensiv genutzt. Für viele Menschen ist sie ein wichtiger Ort zum Einkaufen und zum Aufenthalt. Gleichzeitig wünschen sich viele Bürgerinnen und Bürger mehr Aufenthaltsqualität, zusätzliche Begegnungsorte und einen vielfältigen Nutzungsmix.
Die Studie liefert wichtige Hinweise für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt. Dazu gehört eine Mobilität, die Fahrrad, Fußverkehr und den öffentlichen Nahverkehr stärkt. Gleichzeitig soll die Innenstadt auch für Menschen gut erreichbar bleiben, die auf das Auto angewiesen sind. Wichtig ist außerdem, den lokalen Handel weiterhin eng einzubinden.
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