Wetterlage: Tote Fische im "Dechsi"
Stand: 08.07.2026
Derzeit gibt es ein Fischsterben im Dechsendorfer Weiher. Es ist auf die Wetterlage der vergangenen Wochen zurückzuführen. Hinweise auf einen chemischen Eintrag oder Gewässerverunreinigung liegen nicht vor.
Zu einem ausgeprägtem Sauerstoffmangel im Gewässer hat die Kombination aus
- langanhaltender Hitze
- ausbleibenden Niederschlägen und
- einer Wasserhöchsttemperatur von bis zu 32 Grad Celsius
geführt. Darauf macht das Amt für Umweltschutz und Energiefragen aufmerksam.
Hitzestress mit Sauerstoffmangel führt zum Verenden
Längere und intensivere Hitzeperioden führen dazu, dass sich Seen und Weiher stärker erwärmen und der Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt. Solche Wetterextreme erhöhen das Risiko von Fischsterben erheblich und werden nach heutigen Erkenntnissen künftig häufiger auftreten. Auch ausbleibende Niederschläge und starke Temperaturschwünge nach Starkregenereignissen tragen dazu bei, die Situation zusätzlich zu verschärfen.
Wasservögel nicht füttern
Weitere Fischsterben sind daher nicht auszuschließen. Gegenmaßnahmen sind eine ökologisch ausgewogene Gewässerbewirtschaftung und die Eindämmung Nährstoffeinträgen. Grund: übermäßige Nährstoffeinträge fördern Algenblüten, die den Sauerstoffhaushalt zusätzlich belasten können. Einen Beitrag dazu kann die Gesellschaft leisten: So sollte auf die Fütterung von Wasservögeln unbedingt verzichtet werden, da Futterreste und erhöhter Kot im Gewässer die Nährstoffbelastung im Gewässer erhöhen.
Tote Zwergwelse
Seit Anfang Mai gibt es vermehrt tote Zwergwelse am Dechsendorfer Weiher. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung bei der Fischart. Für Menschen oder andere Tiere besteht keine Gefahr, der Pilz befällt ausschließlich Zwergwelse.
Diese Art ist in vielen europäischen Gewässern problematisch, da sie nicht heimisch ist und sich besonders stark vermehrt. Der Zwergwels steht in Konkurrenz zu einheimischen Fischarten. Er verdrängt Jungfische und beeinträchtigt die Bestände anderer Arten. Darüber hinaus ernähren sich Zwergwelse räuberisch von Laich, Insektenlarven und kleinen Fischen.
Aufgrund ihrer hohen Anpassungsfähigkeit überleben sie auch unter ungünstigen Bedingungen wie Sauerstoffmangel oder trübem Wasser und breiten sich dadurch schnell aus. Da ihnen in den Gewässern oft natürliche Feinde fehlen, können ihre Bestände stark anwachsen. Insgesamt tragen Zwergwelse somit dazu bei, das ökologische Gleichgewicht der Gewässer zu stören. Auch am Dechsendorfer Weiher hat man mit dieser Art zu kämpfen. Auf Grund der hohen Populationsdichte wurde 2024 vom Tiergesundheitsdienst an toten Zwergwelsen eine Krankheit (Pilz) diagnostiziert, die zum Tod des befallenen Fisches führt.
Regelmäßig sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und entfernen auch tote Fische.
Foto: Umweltamt - ein kleiner und dunkler Fisch mit Barteln.
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Amt für Umweltschutz und Energiefragen
Amtsleitung: Reiner Lennemann