FAQs zum Haushalt
Stand: 28.04.2026
Antworten auf häufige Fragen zur angespannten Haushaltssituation.
Die Haushaltssituation der Stadt Erlangen ist aufgrund eines erheblichen, unvorhersehbaren Einbruchs bei den Gewerbesteuereinnahmen im Jahr 2024 angespannt. Um darauf zu reagieren, hat die Stadt bereits für 2024 eine Haushaltssperre für Investitionen, Sachmittel und Personal im Volumen von 14 Millionen Euro verhängt. Auch im Jahr 2025 musste die Stadt mit geringeren Steuereinnahmen umgehen.
Aktuell: Einsparungen bei freiwilligen Leistungen
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 27. April im Bereich der freiwilligen Leistungen Einsparungen in Höhe von rund 940.000 Euro für das Haushaltsjahr 2026 beschlossen. Hintergrund sind die weiterhin angespannte finanzielle Lage sowie klare Vorgaben der Regierung von Mittelfranken als zuständige Aufsichtsbehörde.
Antworten auf häufige Fragen
Die Rahmenbedingungen für kommunale Haushalte waren und bleiben äußerst schwierig – in Erlangen ebenso wie bundesweit. Deutschlandweit belief sich das Defizit der Kommunen im vergangenen Jahr 2025 auf rund 25 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Für 2026 geht der Deutsche Städtetag davon aus, dass das kommunale Defizit auf mindestens 32 Milliarden Euro anwachsen wird.
In Erlangen belasten insbesondere hohe Gewerbesteuerrückzahlungen aus dem Jahr 2024 sowie rückläufige Gewerbesteuereinnahmen die finanzielle Lage. Dadurch ist die Stadt verstärkt auf sogenannte Kassenkredite angewiesen. Hinzu kommen steigende Personal- und Sozialausgaben sowie weiterhin hohe Baukosten.
Bereits 2024 wurden umfassende Einsparungen bei Ausgaben und Personal eingeleitet. Für 2025 hat die Stadt ein tiefgreifendes Konsolidierungskonzept erarbeitet, das konsequent umgesetzt wird. Gleichzeitig treibt die Stadt die Digitalisierung weiter voran, um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Mobile Arbeitskonzepte tragen zudem dazu bei, Einsparungen bei der Anmietung von Immobilien zu erzielen. Dank dieser Konsolidierungsanstrengungen sowie hoher Schlüsselzuweisungen weist der Haushalt sowohl für 2026, als auch für das kommende Jahr 2027 einen positiven Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit auf.
Die Gewerbesteuereinnahmen unterliegen regelmäßig Schwankungen. Deshalb gibt es Mechanismen, die diese Schwankungen wenn auch zeitverzögert ausgleichen, beispielsweise Zuweisungen von Bund und Land. Zudem hat die Stadt in den vergangenen Jahren in großem Umfang Schulden abgebaut und Rücklagen aufgebaut.
Verluste in dieser Größenordnung, die durch nicht vorhersehbare Rückzahlungen entstanden sind, sind aber ungewöhnlich und können nur mittelfristig ausgeglichen werden. Das führte dazu, dass die Rücklagen der Stadt aufgebraucht wurden und dass die Stadt mit Maßnahmen wie einer Haushaltssperre wie für 2024 und Kürzungen arbeiten musste. Für 2025 war ein Haushaltskonsolidierungskonzept aufzustellen, um die Finanzlage zu stabilisieren. Dieses Konzept ist halbjährlich fortzuführen.
Die Vorauszahlungen der Unternehmen werden durch das Finanzamt festgelegt und haben Bindungswirkung für die Kommunen. Diese Zahlungen werden meist anhand der Vorjahresveranlagung bemessen oder aber anhand Gewinnerwartungen der Unternehmen, welche diese beim Finanzamt vorlegen. Die Stadt steht in regelmäßigem Austausch mit großen Gewerbesteuerzahlern, um Anpassungen in den Prognosen möglichst zeitnah berücksichtigen zu können.
Der Einbruch bei der Gewerbesteuer in Erlangen geht nicht auf tiefgreifende wirtschaftliche Probleme, beispielweise eine Unternehmensinsolvenz, zurück. Erlangen bleibt ein stabiler und attraktiver Wirtschaftsstandort. Die Perspektive für 2026 zeigt, dass die Stadt durch Ausgleichsmechanismen und strukturelle Anpassungen die Möglichkeit hat, sich schrittweise aus der finanziellen Schieflage herauszuarbeiten. Sparanstrengungen werden aber weiterhin erforderlich sein.
Und: Erlangen hat beim renommierten Prognos-Zukunftsatlas 2025 erneut seinen Spitzenplatz behauptet. Im bundesweiten Ranking, das die Zukunftsfähigkeit von Städten und Regionen beleuchtet, ist Erlangen die am besten bewertete Stadt. Nur der Landkreis München liegt vor der Hugenottenstadt. Hier: Zukunft made in Erlangen
Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 22. Januar 2026 den Haushalt 2026 mit 26 zu 24 Stimmen beschlossen. In seiner Sitzung am 27. April wurden im Bereich der freiwilligen Leistungen Einsparungen in Höhe von rund 940.000 Euro für das Haushaltsjahr 2026 beschlossen. Hintergrund sind die weiterhin angespannte finanzielle Lage sowie klare Vorgaben der Regierung von Mittelfranken als zuständige Aufsichtsbehörde.
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