Shlomo-Lewin & Frida-Poeschke-Gedächtnispreis
Stand: 22.12.2025
Die Stadt Erlangen und das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration rufen zur Einreichung von Bewerbungen für den Shlomo-Lewin & Frida-Poeschke-Gedächtnispreis auf. Er erinnert an Frida Poeschke und Shlomo Lewin, die am 19. Dezember 1980 in Erlangen Opfer eines rechtsextremistischen Anschlags mit antisemitischem Motiv wurden.
Mit dem Preis, der erstmals verliehen wird, soll der zivilgesellschaftliche Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ausgezeichnet werden. Vorschläge können bis zum 27. Januar 2026 eingereicht werden. Der Preis wird dann Ende 2026 erstmals verliehen.
Als Ehren- und Förderpreis wird der Shlomo-Lewin & Frida-Poeschke-Gedächtnispreis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, künftig alle drei Jahre verliehen. Ausgezeichnet werden können sowohl bereits umgesetzte Projekte als auch das langfristige Engagement von Einzelpersonen oder Organisationen. Als Förderpreis kann die Auszeichnung auch für gut ausgearbeitete Projektideen vergeben werden – vor allem dann, wenn andere Fördermöglichkeiten fehlen. Der Preis richtet sich an Personen, Gruppen, Initiativen oder Vereine, die sich gegen Hass und Ausgrenzung engagieren, den respektvollen Umgang miteinander fördern, den interkulturellen oder christlich-jüdischen Dialog unterstützen oder jüdisches Leben stärken – zum Beispiel durch die Gründung oder Wiederbelebung jüdischer Gemeinden. Die Jury setzt sich zusammen aus dem Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, dem Bayerischen Staatsminister des Innern für Sport und Integration, der Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Erlangen und jeweils zwei von der Stadt Erlangen und vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration benannten Expertinnen oder Experten.
Die Namensgeber des Preises, Frida Poeschke und Shlomo Lewin, engagierten sich viele Jahre für den Dialog zwischen Juden- und Christentum, für Toleranz und gegen Faschismus und Antisemitismus. Lewin, geboren am 13. Mai 1911 in Jerusalem, ließ sich wie sein Vater zum Rabbiner ausbilden. In der Zeit des Nationalsozialismus wanderte er nach Palästina aus und kehrte erst 1960 nach Deutschland zurück. In Erlangen lernte er seine spätere Lebensgefährtin Frida Poeschke (geb. am 23. Mai 1923) kennen, die Witwe des ehemaligen Oberbürgermeisters Michael Poeschke.
Beide engagierten sich intensiv für den jüdisch-christlichen Dialog. Lewin übernahm 1975 den geschäftsführenden Vorsitz der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Franken. Er plante die Gründung der Jüdischen Gemeinde Erlangen. Am 19. Dezember 1980 wurden beide in ihrem Haus in der Ebrardstraße erschossen. Als Täter des ersten antisemitischen Mordanschlags in Deutschland nach 1945 gilt ein Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann (WSG). Die Tat ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt.
Detaillierte Informationen zur Einreichung von Bewerbungen sind im Internet unter www.erlangen.de/aktuelles/lewin-poeschke abrufbar. Unterlagen sind einzureichen bis 27. Januar 2026 an Stadt Erlangen, Bürgermeister- und Presseamt. 91051 Erlangen oder per Mail (gedaechtnispreis@stadt.erlangen.de). Rückfragen sind möglich per Mail oder telefonisch (Rufnummer 09131 86-2400).
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Gedenken: Shlomo Lewin und Frida Poeschke
40 Jahre Lewin- und Poeschke-Mord: Am 19. Dezember 1980 wurden Frida Poeschke und Shlomo Lewin ermordet. Beide hatten sich viele Jahre für den Dialog zwischen Juden- und Christentum, für Toleranz und gegen Faschismus und Antisemitismus engagiert.
Shlomo-Lewin & Frida Poeschke-Gedächtnispreis
Um Shlomo Lewin und Frida Poeschke zu gedenken, vergeben die Stadt Erlangen und das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration gemeinsam einen Preis für zivilgesellschaftlichen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Historisch Interessierte & Gedenken
Erlangen hat eine lange Geschichte, mit sowohl positiven als auch negativen Ereignissen.
Gedenken gestalten
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden aus der Heil- und Pflegeanstalt 905 Patient*innen in den Tötungsanstalten Hartheim/Linz und Pirna-Sonnenstein ermordet. Darüber hinaus starben zwischen 1939 und 1945 insgesamt 1906 Patient*innen, davon mindestens 700 an "Hungerkost" und struktureller Vernachlässigung.
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Bürgermeister- und Presseamt
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